Kommunalpolitische Lage in Dithmarschen

veröffentlicht in Gegenwind Nr. 358, Juli 2018, Seite 35:

Reinhard Pohls Kommentar zur Kommunalwahl im letzten Heft lässt sich vielleicht in einem Satz grob zusammenfassen: „Gegen die Union ist in Dithmarschen wohl nichts zu machen.“

Da wäre dann die Frage, wer überhaupt etwas und mit welchen Mitteln macht. Bündnis90/Die Grünen arbeitet weiter fleißig am Abbau der Altmitglieder. Mehrmals haben einzelne Grüne zum Beispiel in Meldorf oder im Eiderland versucht, lokale Initiativen zu starten. Die lokalen Barden haben es aber immer wieder verstanden, dies zu unterbinden. So gibt es eine Führungsklique und der von außen zugewanderte Mitgliederanstieg wird erfolgreich bekämpft. Die Mitgliedschaft wird mit Ministergedöns bei Deichplaudereien in Strandkörben benebelt. So glänzte Herr Habeck mit der Weisheit, der Hamburger Hafenschlick würde in der Nordsee dort liegen bleiben, wo die Hamburger ihn verklappen.

Im Gegenzug sind seit Jahrzehnten freie Wählerinitiativen in Dithmarschen erfolgreich, die sich gegen die großen Volksparteien wehren. Sie haben es satt, in die bundes- oder landespolitischen Bissigkeiten der Kanzlerparteien reingezogen zu werden. Solche Initiativen sind immer wieder erfolgreich, wie zuletzt die Windenergie-Initiativen. Man mag zur Windenergie eine andere Meinung haben wie deren Vertreter, aber sie tragen Fakten vor, sie versuchen es nicht wie der neue braune Sumpf mit Faktenverdrehungen und Diffamierungen. Deshalb versuchen die Kanzlerparteien auf solche Initiativen zuzugehen. Das macht das Leben in dieser Region sehr angenehm: Wer mit sachlich vorgetragenen Ideen an die Lokalpolitik herantritt, hat gute Chancen Gehör zu finden. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das trifft auch auf die vorher kritisierten Grünen zu.

Die Linke versucht sich nun an diese Wind-Gruppe anzuhängen. Mal schauen, ob die Linke es auch versteht, von selber außerparlamentarische Initiative zu ergreifen. Ihre Staatsfixiertheit wirkt manchmal recht drollig. Sie fordert den Mietwohnungsbau zu unterstützen- eigene Initiative? Fehlanzeige! Es gibt in Dithmarschen ein Projekt des autonomen Mietshäusersyndikats. Das Verständnis dafür hat sich noch nicht bis zur Linken in Heide herumgesprochen. Es ist wohl nicht staatsfixiert genug, sich selbst zu helfen. Wenigstens den strategischen Leerstand vor Ort könnte eine solche Partei thematisieren. Fehlanzeige! Im Wahlkampf Zettelchen verteilen und die Weltrevolution herbeiwählen lassen, das ist die Strategie. Da wird Die Linke wohl bald Bahnsteigkarten verkaufen müssen.

Die Bundeswehr wäre in Dithmarschen ein Thema für eine pazifistische Partei. Ein riesieger Teil des Naturschutzgebietes wird von der Bundswehr besetzt, der Wehrtechnischen Dienststelle 71. Es werden Munition und Sprengstoffe im Weltnaturerbe erprobt. Grüne wie auch die Ökoverbände eiern herum, wenn ich sie nach ihrer Einschätzung frage. Na klar, denn die Bundeswehr zahlt für den Küstenschutz, erkauft sich also grüne Zustimmung mit ihrem wehrtechnischen Einsatz zum Schutz der Bodenbrüter. Den Dithmarscher Linken sind die Wehmachtsdrohnen im Nachbarkreis als Thema wichtiger als die Sprengstofftests vor Ort. Und, so hörte ich empörte Linke, die Tiefflieger würde ja sogar über der Kreisstadt Heide kreisen. Wir dürfen vermutlich darauf warten, bis die Linke diese Kreisstadt zum Weltnaturerbe erklärt, schließlich trägt sie den Namen eines kargen Landschaftstyps.

Somit haben nur bürgerliche Themen-Initiativen wie die Windkraftgegner ein außerparlamentarisches Spielbein, die Kleinparteien sind keine Alternative. Die großen Parteien sorgen für eine offene uns gesprächsbereite Verwaltung und bieten die landesweit effektivste Bauverwaltung. Das kommt an bei den Leuten, nüchternes Kalkül hat Vorfahrt.

  1. Meldorf für Einsteiger
  2. Echt klein Meldorf
  3. Ist Schier. Jetzt ist er hier.
  4. Boyens Zeitung lesen in Meldorf
  5. Das weiß hier* jeder – in Meldorf
  6. Die Kirche im Dorf
  7. Boyens Zeitung lesen in Meldorf
  8. Moin ist mehr

Moin ist mehr

Neben der Grußformel, die wir bereits erklärt haben, hat der Gruß eine beosndere Bedeutung, nämlich dann wenn Du von einigen Leuten gar keine Begrüßung erwartest. Dann bedeutet ‚Moin!‘ sehr viel mehr als nur ein ‚Moin!‘ Nehmen wir an, Du wartest als Fußgänger an einer roten Ampel. Kein Auto bedroht die Fußgänger und ein eiliger Autofahrer, der gerade sein Fahrzeug neben der Ampel abgestellt hat, quert die Straße bei rot. Er schaut Dich fröhlich an und schleudert Dir ein noch fröhlicheres „Moin!“ entgegen. Dieses Verhalten wird seit frühester Kindheit erlernt. Es bedeutet im Falle der roten Ampel: „Sehr geehrter zorniger alter Mann, ich weiß ganz genau, dass man nicht bei Rot über die Straße gehen soll, aber ich tue es jetzt trotzdem und jetzt lasse Dir bitte nicht einfallen, gegen mein Verhalten putative Sanktionen zu verhängen.!“ Da Ihr Euch nur auf einen einzigen Blick im Leben getroffen habt und nicht wieder begegnen werdet, legt er die gesamte Ansprache in das Wort „Moin!“ Großgeschrieben mit Ausrufungszeichen und mit Töddelchen links und rechts, keine Widerrede! „Moin!“

Als Kind war das so: Du stehst bei Dämmerung im Schatten eines Baumes und denkst mit deinen Kumpels laut nach, wie ihr einen Streich spielen könntet. Plötzlich gehen zwei Erwachsene an euch vorbei, die ihr zuvor nicht bemerkt hattet. Der Führer eurer Clique strahlt die Fußgänger an und verbeitet mit einem Grinsen zwischen den beiden Ohren: „Moin!“ Es ist eine Beschwörung, die bedeutet: „Eih, Alter, was auch immer Du gerade gehört hast, unterlasse jetzt bitte jede Verschwörungstheorie, daran zu glauben hat uns der Lehrer streng verboten und auch ihr werdet jetzt nicht dran glauben. Habt ihr das verstanden?“ Die Erwachsenen müssen dann antworten: „Moin!“ und dabei versonnen an gut erzogene Jugendliche auf der Insel aller Glückseligen namens Dithmarschen denken, die allen Erwachsenen ein strahlend freundliches „Moin!“ bieten.

Und wenn dich jetzt jemand auf der Straße grüßt und freudig „Moin!“ ruft, dann denke bitte nicht an eine Verschwörungstheorie und denke einfach nur Moin! Was die anderen über Dich denken, wirst Du sowieso nie erfahren.
 

  1. Meldorf für Einsteiger
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  3. Ist Schier. Jetzt ist er hier.
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  8. Moin ist mehr

 

Militärland

Karte des Militärlandes Schleswig-Holstein, wer machts, wer profitiert …

Quellen:
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/bundeswehrsh101.html
https://www.stfg.de/fileadmin/user_upload/PDFs/Publikationen_Wehrtechnik/Wehrtechnik_in_SH_-_Bericht_des_Arbeitskreises_2017.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bundeswehrstandorte_in_Deutschland

Informationen zu „Saatgut ist Kulturgut“

Vortrag Saatgut-ist-Kulturgut als pdf

Organisationen für Erhaltungssaatgut

https://www.arche-noah.at/

http://nutzpflanzenvielfalt.de/

https://www.kultursaat.org/

http://www.bohnen-atlas.de/

Kaufadressen für Erhaltungssaatgut

https://www.dreschflegel-shop.de/

https://www.bingenheimersaatgut.de/

https://chilifee.de/

http://www.lilatomate.de/tomatologie/ (mit Anbauanleitung für Tomaten)

https://www.tomatenretter.de/

Adressen zu Patentierung und Sortenschutz

http://no-patents-on-seeds.org/de

http://www.kein-patent-auf-leben.de/

Kritische Szene

https://www.keine-gentechnik.de

http://www.saatgutkampagne.org/

https://www.weltagrarbericht.de/

https://viacampesina.org/en/

https://nyeleni.org/   http://nyeleni.de/

http://www.abl-ev.de/start/

Satire darf alles PARTEI machen

Dieser Tage erzählen mir alle guten Menschen, Politik sei ganz einfach: Du machst zwei Kreuze und dann ist die Demokratie sicher. In Wirklichkeit ist das aber alles viel schwerer. Denn die guten Menschen brauchen dafür Parteien. Das liegt daran: Seit Marx und Bismarck haben wir Parteien und deshalb geht es nicht ohne. In der Demokratie darf man nämlich nicht so viel verändern. Es sei denn, es nützt den Parteien, und zwar denen, die wir schon haben. Damit es nicht so viele neue Parteien gibt, haben wir eine Hürde. Das ist ganz wichtig in der Demokratie, denn sonst können die Parteien nicht in den Hinterzimmern alles in Ruhe besprechen.

Eine neue Partei braucht mindestens eine Million Kreuze. Auch wenn nur ein Drittel der Leute Kreuze machen, brauchen jede Partei eine Million davon. Wahrscheinlich braucht eine neue Partei sogar drei Millionen Kreuze, weil mehr als ein Drittel der Leute zwei Kreuze machen. Deshalb sagen die wirkliche guten Menschen: Du musst zwei Kreuze machen, aber nur dort wo drei Millionen andere Menschen sie auch machen. Für mehr Demokratie sind wir Deutschen einfach nicht reif genug.

Parteien müssen Rabatz machen

Die hohe Hürde überwinden die Neuen nur, wenn sie viel Rabatz machen. Wie das genau geht, wissen PR-Leute. Solche PR-Leute kosten viel Geld. Das viele Geld haben aber nur die Parteien, deren Schlafmützen wir schon seit Jahren kennen. Mit wenig Geld muss man sagen, was die Nazis vor Jahrzehnten schon gesagt haben: Wer sich am wenigsten wehren kann, ist an allem Schuld. Deshalb sagt in diesem Jahr  jeder fünfte Wähler: Ich wähle Nazis, ich bin aber gar keiner, außerdem haben sich die Braunen blau gestrichen.

stimmzettel
Die guten Menschen machen hier ihre Kreuze und retten so die Demokratie. Parteien sind wichtiger als Menschen, deswegen sind sie fett gedruckt. Damit es so bleibt, haben diese Parteien mehr Rechte als alle anderen. Sie sind also wie eitle Männer. (foto:freistern)

Deshalb müssen wir alle die Kreuze an den richtigen Stellen machen, einige Reihen sind gegen die Demokratie. Einige Menschen sagen sich jetzt: Egal, Amerika wird den komischen exildeutschen Millionär überleben, Ungarn überlebt gerade eine Naziregierung, in Polen ist es auch doof und Russland hat einen notorischen Säufer überlebt, wir werden auch das komische blaue Kätzchen Weidel, das in Deutschland nicht mal Steuern zahlt, und ihren Gauleiter überleben. Vermutlich werden wir das auch. Trotzdem wollen wir keine blauen Kreuze. Deshalb müssen wir auf die blau markierte Seite besonders vorsichtig kreuzen.

Staatsknete für Satire

Jetzt bekommen die Parteien ja auch noch Geld vom Staat. Staatsgeld für Parteien ist nach oben gedeckelt. Der Deckel greift praktisch nur bei neuen Parteien, die alten sind im Vorteil. So geht Demokratie: Wer am Fleischtopf sitzt, lässt keine anderen ran. Der Deckel funktioniert so: Ab 0,5 % der Stimmen gibt 0,83 oder 1 €. Ist die Wahlbeteiligung nur 1/3, dann würden 100.000 Stimmen reichen, um 100.000 € Parteienfinanzierung zu bekommen. Die gibt es aber nur, wenn die Partei auch eigene Einnahmen von 100.000 € hat, zum Beispiel Beiträge und Spenden. Wer Spenden gibt und Steuern zahlt, bekommt über 800 Tacken vom Staat zurück. Wer zu wenig verdient, muss es selbst bezahlen. Darum fließt das Wirtschaftswachstum ausschließlich in die Taschen der Fettverdiener. Denn Hartz IV’er können nicht mitspenden.

Nur echte Satiriker sagen sich: Egal, wenn das die einzige Chance ist, an Staatsknete zu kommen, dann eben Die PARTEI, die immer Recht hat. Nutzen  wir das korrupte System der Selbstbedienung. Das wollen die Selbstbediener-Parteien freilich auch nicht. Deshalb sollen wir auch Die Satirepartei DIE Partei nicht wählen, sagen die guten Menschen. Nach der Wahl dürfen sich dann alle, die die Demokratie gerettet haben und die richtigen Kreuze gemacht haben, wundern. Denn am 25. September wird eine Generalamnesie einsetzen. Das ist die Einigkeit aller Demokraten: Alles was sie vorher gesagt haben, ist das Geschwätz von gestern. Dann treten die eigentlichen Retter der Demokratie auf den Plan: die Lobbyisten. Das ist eine Unterabteilung der PR-Leute. Die kosten viel Geld.

So wählst du die Partei: In der rechten Spalte steht’s dort das kreuz machen. Das reicht!

Und das geht so: Die Parteien der Selbstversorgung handeln stets nach dem Opportunitätsprinzip. Darum nennen wir sie Systemparteien. Wenn Du Dein Interesse als Lobbyist dann gegenüber allen Systemparteien konsequent vertrittst, bekommst Du außer Frieden alles, was Du möchtest. Grenze dabei kein System aus. Irgendwo wirst Du einen Selbstbediener finden, der Deine Sache vertritt. Lobbyisten arbeiten nicht mit Bestechung, sondern nur mit Überzeugung. Sie engagieren Berater*innen und Berater aus den Parteien, das ist keine Bestechung. Aus Dankbarkeit geben sie der Politik wissenschaftliche Gutachten, die sie bezahlt haben. Das Ergebnis nennen wir dann nach den Berater*innen Riesterrente. Auf diese Weise werden wir in Zukunft mit Schrödergas, Dobrintmaut und anderen Merkelwürdigkeiten besorgt. Das Einzige, was Du dagegen tun kannst, ist es als Troll Satire zu machen. Deshalb ist der einzig richtige Weg. Die PARTEI kann dann den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages beauftragen und Licht ins Dunkel der Demokratie bringen.

 

 

Die Kirche im Dorf

Die Kirche im Dorf heißt nicht Dom, sondern St. Johanniskirche, jedenfalls wenn Du sie im Internet suchst. Anderswo, und dies besonders im Dorf, ist sie männlich und heißt ‚der Dom‘. Deswegen ist sie ist ein ganz besonderes Thema. Der Hauptredner heißt Probst und will immer weiterreden, selbst wenn er schon pensioniert ist. Der Volksmund nennt ihn dennoch bei seinem Vornamen ‚Probst‘, auch wenn schon längst ein anderer so getauft wurde. Deswegen sitzt er allerlei Kulturvereinen vor und bewahrt dort die Kulturhoheit der Kirche. Dome sind nicht zwangsläufig Bischofskirchen, in Meldorf eben reicht ein Probst.

Für manche ist die Kirche der Inbegriff der Kultur schlechthin. Sie lassen für den Begriff der Kultur außer der Kirche nur die von Preußen geschaffenen Einrichtungen wie das Landesmuseum zu. Das Landesmuseum ist inzwischen kein Landesmuseum mehr, sondern ein Kreismuseum. Und statt voraus zu schauen und zu bemerken, dass der Kreis für einen Kreis viel zu klein ist, schauen wir lieber darauf zurück, dass wir einmal ein Land waren. Und selbst wenn wir eines Tages nur noch ein Heimatmuseum sein werden , wir der Titel Landesmuseum bleiben. Denn was uns Holsteinern Preußen gab, darf niemals rosten. Schließlich haben ja so viele ihr Gold dafür gegeben. Auch innerhalb des Doms gibt es sehr schöne Konzerte für Nichtchristen, allerdings muss der oben erwähnte dann immer vorher sagen, dass es die ganze Musik keinesfalls ohne seinen Gott gäbe. Dennoch sei das Haus für alle offen.

Bevor die Kirche die Mär vom christlich-jüdischen Abendland erkor, liefen auch allerlei Pastoren in der Tradition des Judenhassers Martin Luther herum. An den Nachwehen trugen wir noch bis ins 21. Jahrhundert hinein, so lange konnte sich die örtliche Front der Gläubigen nicht einmal vom Schriftsteller Gustav Frenssen trennen. Die Auseinanderssetzung mit ’seinen kolonialistischen, rassistischen und antisemitischen Wertvorstellungen‘ (Wikipedia) sei sehr differenziert gewesen, meinen selbst kritische Betrachter der Szene, aber eben nicht distanziert. Ein Schelm der sich dabei nicht genierte. Sein etwas entstelltes Wohnhaus steht immer mal wieder zum Verkauf.

Die erste Parallelkultur, die neben der Kirche Raum griff, war die Arbeiterbewegung. Es dauerte lange, bis sie einen Kindergarten betreiben durfte, der konfessionsfrei ist. Der Kulturkampf scheint vorerst gewonnen. Diakonie und Arbeiterbewegung haben eine Art friedliche Koexistenz gegründet und wehren nun um Steuerpfründe konkurrierende Parallelkulturen gemeinsam ab. Gemein ist beiden Stützen der Gesellschaft die Abneigung gegen das Kommerzielle, denn siehe, oh gläubige Gemeinde: Das Abzwacken eines Zehnten vom kommerziellen Einkommen ist alles andere als ein kommerzielles Interesse. Was immer es sei, es ist nicht kommerziell. Auch dürfen wir es den Besitzstand an staatlich garantiertem Einkommen nicht als Pfründe bezeichnen. Schweigen wir über ein anderes Thema …

  1. Meldorf für Einsteiger
  2. Echt klein Meldorf
  3. Ist Schier. Jetzt ist er hier.
  4. Boyens Zeitung lesen in Meldorf
  5. Das weiß hier* jeder – in Meldorf
  6. Die Kirche im Dorf
  7. Boyens Zeitung lesen in Meldorf
  8. Moin ist mehr

Wer dünkelt, denkt nicht

Nazi-Denken ist nicht auf solche Menschen beschränkt, die nicht ganz helle im Kopf sind und teutsche Wörter falsch schreiben. In Lübeck gehörte es bis in die siebziger Jahre hinein zum Lehrstoff an der Eliteschule Katharineum. Altnazis und Prügelpauker trieben ihr Unwesen an diesem Gymnasium. Elite-Denken und Nazi-Tradition sind nicht das populistische Erbe der Demokratie, sondern eng verbunden mit einem Standesdünkel, der von Kindheit an die Klassengesellschaft predigt. Die Schule wurde darauf angesprochen, ob sie den Nachkriegsnazismus aufgearbeitet habe. Sie schweigt. Der Stadt Lübeck zum 875. Geburtstag gewidmet.
Sehr viele von meinen akademisch gebildeten Mitmenschen äußern, rassistisches, sexistisches, antisemitisches, völkisches, kurz: nazistisches Denken sei mit einer gewissen Bildungsferne verbunden. Mich erschüttert diese Einstellung immer wieder neu, die von linken Leuten ebenso vertreten wird wie von grünen oder konservativen. Sie ist aber falsch.
Mich wollten Lehrer am altehrwürdigen Katharineum zu Lübeck von 1965 bis 1973 zum Nazi erziehen.
Von Sexta an wurde mir klar gemacht, dass ich eigentlich nicht zu dem Stand gehöre, der an dieser Schule das Abitur ablegt. Menschen von Familie besuchten diese Schule in dritter, gar vierter Generation. Das zählte. Meine Mutter hatte bei einem Notar namens Mann Bürogehilfin gelernt, Anwalt Mann war nebenbei auch noch holländischer Konsul. Freilich war meine Mutter eben „nur“ Bürogehilfin, und das ist nicht Familie, was man in jenen Kreisen als Familie bezeichnet. Ihre Eltern gehörten zu den einfachen Leuten, die SPD wählten und dafür sorgten, dass alle ihre Kinder eine Ausbildung bekamen. Sie wohnten in der Luisenstraße, wo fast alle SPD wählten. Den dortigen Nazi und den dortigen Kommunisten kannte in der Luisenstraße jeder. Leben und leben lassen.

Das Reichsdünkelritual
Am Katharineum zu Lübeck erlernte ich als erstes das Reichsdünkelritual: Lehrer für Lehrer ging zu Schuljahresbeginn die Liste der Namen durch und fragte freundlich nach: Schönemann? Von Dr. Schönemann die Tochter? Ja! Ach ja, sehr schön: Sabine Schönemann, hehe! Sabiná, bitte mit ‚a‘! Oh ja, mit a, hehe! Beim Aufruf meines Namens wussten einige, dass ich gemeinsam mit dem Sohn des Elternratsvorsitzenden und Jugendrichters in dem ehrenvollen Hause eingeschult worden war. Als Kind einer Nichtakademikerfamilie hatte ich eine Empfehlung für die Mittelschule bekommen – standesgemäß. Die Familie des Jugendrichters war der Meinung, dass die soziale Herkunft keine Rolle spielen dürfe und hatte sich für mich eingesetzt. Vor Ort war ich dann sozusagen nur der Blinddarm eines ehrenvollen Mitglieds des passenden Standes. Man fragte nach meinem Namen und nicht danach, welcher Kammer wir traditionell angehörten. Einmal verplapperte sich ein unscheinbarer Englisch-Lehrer und fragte: Sind Sie auch einer aus dieser Anwaltssippe? Nein, die Anwaltssippe mit der jüdischen Mutter trug einen Namen, der so ähnlich klang wie die mecklenburgische Stadt Sternberg, aber eben nur einen ähnlichen. Die Sterne stehen halt über Feldern, Wiesen und Auen ebenso wie über Dünen, Hügeln und Bergen.

Im Jahr 1970 erlebte ich dann die Steigerung. Ein rumäniendeutscher Französisch- und Deutschlehrer bemächtigte sich der Klasse mit dem Standardritual, die standesgemäßen Mitschülerinnen und – schüler nach ihren Eltern zu befragen.
Als ich an der Reihe war, brüllte er mit dem provozierend fragenden Hohn in der Stimme: „Steeäänbeeääg? Sind Sie Judäää?“ Nach dieser stimmlichen Gewalteruption konnte ich fetter Floh mein Nein nur flüstern. Erst zwanzig, dreißig Jahre später hatte ich dieses Erlebnis verarbeitet. Es war in dem Moment, als mich eine Ex-Sanyassin freudestrahlend fragte: Heeää Steänbeäg, sag mal bistu eigentlich Jude???

Glücklicher Weise hatte ich gerade eine Dokumentation über Poonajünger gesehen. Einige berichteten darin von Kissenschlachten Juden gegen Deutsche. Die Gruppe Juden durfte die Deutschen so lange mit Kissen bewerfen, bis es den Deutschen zu viel wurde und sie die Kissen zurückgeworfen haben. Und nach solcher Kissenschlacht dürfen die friedlichen Sanyassin auch wieder die Namen vermeintlicher Juden höhnisch verzerren und dann nach der Zugehörigkeit zum Judentum fragen. Sie sind ja mit dem Edelmut des Himalaya geweiht und haben das Hakenkreuz zurückgedreht.

Das antisemitische Urbedürfnis
Die Sprechweise, die Vokale meines Namens zu dehnen und dafür Konsonanten zu unterschlagen, kannte ich schon vom Sportplatz. Dort tummelten sich allerlei Gröfaze, die sich lebenslang im Kommisston übten. Ich dachte zunächst, das Bedürfnis, Menschen mit der Aussprache ihres Namens zu verhöhnen, entstünde beim Militär. An der Journalistenschule dann begegnete ich einem kölschen Sozi, der – ungedient – ebenfalls dieses Bedürfnis hatte und mich eben so höhnisch verzerrt beim Nachnamen nannte. Es ist anscheinend ein antisemitisches Ur-Bedürfnis. Ironie: Der Sozi kam dann später im Team des Bundesverteidigungsministers zu der ihm zustehenden Medienminute und kölschte den legendären Satz: „Dat müssen Sie Herrn Scharping schon selber fragen!“

Heute lernen wir lebenslänglich, damals sollten wir in der Schule fürs Leben lernen. Das wichtigste war für mich der rumäniendeutsche Lehrer. Er setzte sich als abschreckendes Beispiel in meinem Gehirn fest – für andere ein Vorbild? Dieses eklige Stück Nazi im Dienste des Katharineums belehrte uns bereits mit Versatzstücken neuer deutscher Rechtspropaganda: „Freiheit? Was heißt denn hier Freiheit? Man darf doch nicht einmal Heil Hitler sagen!“ Das gesamte Lehrerkollegium hat von alledem nichts gewusst. Sicherlich hat man ihm einen Hang zur Ironie beigemessen, heute werten wir es als besonders raffinierte Rhethorik der Höckes im Gauweiler.

Die Trillerpfeife Huhn
Dieses Beispiel am ehrwürdigen lübischen Gymnasium blieb nicht das einzige. Das anekdotenreichste Individuum des Kollegiums beglückte uns im Sportunterricht so: „Mann doooahh! Wenn ich mir diese lahmen Krücken schon ansehe, dooooahhh. Wir sind früher mitten fröhliches Lied uff de Lippen in die Tooooanhalle einmarschiert! Ick sogar ins Olympiastadion!Mitten fröhliches Lied uff de Lippen! Kneif die Arschbacken zusammen, Mann! Ja und dafür mussten wir dann später entnazifiziert werden, dooooahhh! Wenn ick da noch dran denke, sonn Zirkus, Mann!“ Diese fröhliche Darstellung der Entnazifizierung im Sportunterricht war gelogen. An der Schule der griechisch-römischen Elite gab es alljährlich einen Primanerfünfkampf. Hier stand natürlich Notabiturnazi Huhn — so nannten ihn manche: Huhn; denn sein Name erinnerte an das lateinische Wort für Huhn. Auf dem Rasen also stand Huhn mit der Trillerpfeife im Maul herum. Mein Mathelehrer mit Kind auf der Schulter merkte auf, als meine Mutter lautstark skandierte: „Jetzt zeige mir Huhn!“ Und ich zeigte auf den breitschultrigen Riesen mit dem nahkampfkurz geschorenen Schopf. Er drehte sich um und meine Mutter bestätigte: „Das ist er, Kradmelder SS Klaus Huhn, der mit seinem SS-Motorrad durch die Luisenstraße fuhr und alle denunziert hat.“

Es war ein ungemein wohliges Gefühl, die Trillerpfeife zwanzig Meter tiefer sinken zu sehen. Wollte er sich in der Menge verstecken? Mein Mathelehrer fragte strahlend nach: „Stimmt das Frau Sternberg?“ Sie sagte: „Na klar, und der soll nie wieder erzählen, er habe wegen eines fröhlichen Lieds uff de Lippen entnazifiziert werden müssen!“ Folgen für diesen Lehrer hatte das freilich nie gehabt. Er durfte weiter unbehelligt sein Unwesen treiben und erhielt später die Beförderung zum Studiendirektor. Und ich bekam bei ihm fortan ein ‚Gut!‘ in Erdkunde. Er musste mit dem stets brüllenden Geschichtslehrer Panzerschulze eine gemeinsame Note auswürfeln, und egal ob Schulze eine 4 oder eine 5 wollte, es wurde am Ende ein gemeinsames Befriedigend. Warum das so war, auch das habe ich erst viel später kapiert.

Vergiss nicht woher Du kommst
Meine Mutter hatte bei Konsul Mann nicht nur Bürohelfen gelernt, sondern auch, dass der Antinazismus ihres Vaters richtig war. Sie durfte an NS-Feiertagen die Mahnwachen ohne Hitlergruß umgehen und mit Verspätung ins Büro kommen. Meine Mutter machte den nötigen Umweg auch nach Hause, mein Großvater war stolz auf den Lehrherrn. Zu mir sagte er später: „Ick heww nix gegen Ackedemicker as den Lehrherrn von din Modding, aber mien Jung, is ja man allens fein mit de höhere School, blot vergeet nich, wo du herkamen büst.“ (Ich habe nichts gegen solche Akademiker wie den Lehrherrn Deiner Mutter. Es ist zwar schön mit der höheren Schule, mein Junge, aber vergiss nicht woher Du kommst.)

Ein Vorbild im Sinne meines Großvaters wäre Erich Mühsam gewesen. Den Ex-Mitschüler und Anarchisten, der mit seinen Tricks zum ersten Denkmalschützer der Stadt wurde, hat uns die Schule aber lieber verschwiegen. Verehrt wurde der romantische lübsche Dichter Geibel, dem es gelang das deutsche Wesen auf ‚Welt genesen‘ zu reimen. All dieses Versagen wäre für sich genommen schon schlimm genug gewesen, aber wir erlebten obendrauf noch nazistisches Menschenbild und nazistische Umgangsformen aus allererster Hand.

Neger Süß
Wes Geistes Art Lehrer Huhn pflegte, lässt sich am besten an einem Beispiel zeigen, das dem Sohn eines Schulelternrats widerfuhr. Unter der Obhut von Sportlehrer Huhn brach sich der Mitschüler einen Arm. Er musste vor Schmerz heulen. Lehrer Huhn nahm seine Schmerzen in der Umkleide mit den Worten zur Kenntnis: „Stell Dich nicht so an Du Pflaume!“ Und die allgemeine Anerkennung des Herrn Oberstudienrat machte nicht vor dem Rest der Hansestadt halt. Regelmäßig zum runden Geburtstag bekam Huhn eine überschwängelige Laudatio in den Lübecker Nachrichten: Schleifer Huhn als Vorbild für die Recken der Lokalpresse dieser Stadt. Gegenstand von Huhns Unterrichts war notabene, dass er jeglichen Rassismus verstehen könne, denn beim Körpergeruch fange es ja schon an, denn Menschen, die er den Neger nannte, röchen ja so süßlich. Memoriere: Was wir heute unerträglich finden, war am Katharineum Lehrstoff.

Selbstverständlich lernten wir auch, wie ein deutscher Junge aussieht. In der Turnhalle wurde militärisch angetreten. „Mann, dooooaaa, wenn ich diese Fettsäcke schon sehe dooooaaa! Rühr’n!“ Dann wurde ein echter deutscher Junge herausgepickt. „Såååå sieht ein deutscher Junge aus, aalschlank, flink wie ein Wieeeeselll, zääääähhh wie Ledääää, harrrt wie Kruppstahl. Wenn ich diese Fettsäcke schon sehe doooaaaah!“ Und so ging das weiter. Wöchentlich zwei Mal. Was wöchentlich zwei Mal in Kinderohren gepostet wird, setzt sich fest. Das ist Penetrationswerbung. Und so ein Individuum durfte sich entnazifiziert nennen. Und mit seinem Notabitur fühlte sich Huhn als Teilhaber an der „geistigen Elite des deutschen Volkes“, zu der nur fünf Prozent der deutschen Bevölkerung zählen sollte. Da haben wir es wieder: Elite braucht das Land und die richtet sich nach Stand. Gymansium für die Eliten, lautet denn auch der neoliberale Schlachtruf. Die intellele Elite der linken Mitschüler werteten das Elite-Huhn lediglich als angeknackstes Individuum, Rassismus und Antisemitismus der Neonazis an der Schule als ’neofaschistische Spätpubertanten‘. Dem eigentlichen Thema wichen auch sie aus.

Das mag manchem als Hühnerschiss erscheinen, über den man sich nicht aufregen solle. Ein Biologielehrer wusste beizutragen, dass Huren nachweislich genetisch minderwertig und schwachsinnig seien. Denn sie verdienten viel Geld und würden trotzdem keine Ersparnisse haben. Den vielen Kriegskrüppeln mag man Verfehlungen nachsehen, wenn Sie Schülern eins mit dem Staffelholz überzogen oder scharf in die Klassen hinein vor den kleinen Knürpsen warnten, die immer den größten Lärm machten. Aber wie wärs denn mit dem Brutalo, der sich selbst Mister Body nannte?

Der prügelnde Body
Body schwankte mit zwei abgewetzten Ledertaschen in den Händen in den Raum und hatte es nötig, alle Namen seiner Schülerchen mit einem ‚chen‘ zu verzieren. Kleinmach’chen war seine Devise. Oft ließ er sich dazu hinreißen, das eine oder andere Schülerchen zu ohrfeigen. Seine Affekthandlung bestand darin, sein volles Übergewicht vor dem betreffenden Kind aufzubauen, immer wie ein Gewichtheber das Standbein wechselnd, bis er tief Luft holte. Dann packte seine linke Pranke das rechte Schülerohr und zog es ganz weit nach außen, mit seiner rechten Pranke holte er in der Gegenrichtung weit aus und ließ aus seiner Kreuzigungshaltung heraus den Kopf des Kindes mit voller Wucht in seine rechte Pranke prallen, indem er kräftig seine beiden Arme zur Mitte bewegte. Dann schnaufte Mister Body wie ein Bullterrier an seinen Lehrerplatz zurück und pflanzte sich wieder auf seinen Stuhl. Sein Kopf nickte ruckartig auf und ab, und er röchelte ein ’nichtwahr‘ heraus und schluckte zweimal.

Die Gründe für seine planmäßige Züchtigungswut seien an einem Beispiel beschrieben. Es ist Wandertag und der lübische Mensch musste Hünengräber besichtigen, die wir heute Großstein-Gräber nennen. Damals sagten die Lehrer Hünengräber. Mister Body gab sich wie immer besonders witzig und sprach von „Hühnergräbern“. Sein Witz bestand aber ausschließlich darin, eine Falle für seine Prügellust auszulegen. Ein Schüler tappte rein und sagte: da drin haben aber viele Hühner Platz. Das war Grund genug für ein Ohrengrab in seinen Pranken. Nein das ist nur brutal und nicht nazistisch, aber es belegt, dass auch in der Reichsdünkelelite die bewusst und absichtsvoll eingesetzte Gewalt gegen Schutzbefohlene zum Lehrstoff gehörte.

Der Pranger als Schulstoff
Unterricht in Justiz und Demokratie erhielten wir nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Und das kam so: Der Lehrer für Chemie C. hatte seinem Lieblingsschüler L. den Schlüssel für den Giftschrank anvertraut. Als eine Chemikalie daraus fehlte, wurde natürlich dieser Schüler verdächtigt. Mindestens drei ganze Klassenstufen, also rund 300 Leute wurden in die Aula abkommandiert und erlitten den praktischen Demokratie-Unterricht. Auf der Bühne ein Tisch und zwei Stühle wie bei einem Schachspiel. Auf der einen Seite saß der sich betrogen fühlende Lehrer C., auf der anderen Seite hockte in sich zusammen gesunken der angeklagte Schüler L. Lehrer C. schenkte Wasser ein und führte einen Schauprozess gegen L. Nun denn, die Geschichte der Schule reicht ins Mittelalter und beruft sich auf die einstmals geräderte Heilige Katharina. Da ist es schon fast rechtstaatlich, wenn der verantwortliche Beamte selbst die Anklage, Beweiserhebung und Urteilsverkündung in einem Schauprozess gegen seinen Schutzbefohlenen übernimmt und ihn am Ende am Leben lässt.

Das Schweigen als neue Tat
Und? Begehe ich dasselbe nicht jetzt gerade selbst? Stelle mich als Opfer dar, klage an und spreche schuldig? Ja, auch dieses Tun hat eine Vorgeschichte. Auf facebook trafen sich einige Leute, die in ähnlicher Weise diese gemeinsamen Erfahrungen verabscheuen. Zwei Grüne, ein Linker, ein Konservativer, ein Liberaler und ich alter Anarcho. Wir verfassten gemeinsam einen Brief, den ich im Januar 2017 an den inzwischen emeritierten Oberstudiendirektor sandte. Die Frage lautete, ob dieser Nachkriegsnazismus an seiner Schule aufgearbeitet worden sei oder ob er ihn aufarbeiten wolle. Er hat nicht einmal den Eingang meines Briefes bestätigt, den ich richtig auf Papier druckte und mit eigenhändiger Unterschrift kränzte. Ich weiß, dass ich nicht zur lübischen Elite gehöre. Darauf bin ich stolz. Sollen sie alle in ihrer skrupellosen Unkündbarkeit die nächsten 875 Jahre vor sich hin schnurren. Sie werden trotz alledem von alledem nichts wissen wollen. Es sei ihnen verziehen: Wer dünkelt, denkt halt nicht. Und das Denken muss ja irgendwann einmal ein Ende haben.

Meldorf vom Service abgehängt

Meldorf ist vom Service abgehängt? Das klingt nach Verschwörungstheorie! Ist es aber nicht: Wie auch immer Fehlplanung entsteht, am Ende gibt es ein Ergebnis. Und die Ergebnisse sind von diesem Ort aus betrachtet ärgerlich. Wenn man im teuersten Nah-Tarif Deutschlands Umwege bis zu 180% des direkten Wegs bezahlen muss, dann müsste der Service perfekt sein. Ist er aber nicht: Im Gegenteil! Hier sehen wir den Bahnhof Heide.

Bahnhof Heide Gleis 3

Von Gleis 3 im Bahnhof Heide fährt der Zug nach Itzehoe über Meldorf, St. Michel, Burg und Wilster ab. Hier gibt es kein Wartehäuschen wie an den anderen Gleisen. Die Überdachung für Gleis 2 und 4 ist eine Minute Fußweg entfernt.

linie-62-heide
Dort, wo der Zug der Linie 62 hält gibt es keine Information, keinen Fahrkartenautomaten, keinen Unterstand.
Wer Information braucht, geht 2 Minuten extra, wer eine Fahrkarte braucht, geht 2 Minuten extra, wer Schutz braucht, geht zwei Minuten extra . Bei Wind und Wetter. Bei Regen oder Schnee.
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So wäre es richtig, das Wartehäuschen steht direkt neben dem Halt des Zuges. Ausnahme: Linie 62 über Süderdithmarschen nach Itzehoe. Aufmerjksame Beobachter würden mir jetzt triumphierend entgegenhalten: „Aber auch da kein Automat!“
Automat Nordbahn
Doch! Im Zug! Dort sogar zwei Automaten. Und besser! Denn die Automaten akzeptieren auch die Bankkarte fürs Bezahlen. Und weisen auf das komfortable SH-Ticket hin, das die nah.sh-Auskunft verschweigt. Der Grund: Die nordbahn fährt auch im Hamburger Tarifverbund. Vor diesem HVV-Tarif will uns die SH-Politik aber unbedingt bewahren. Der viel günstigere HVV ist ja auch komfortabler als der teure SH-Tarif.
Zielanzeige Standard
Jetzt könnte man das Leid ein wenig lindern, gäbe es die gleiche Zuganzeige wie auf den Gleisen 1,2, 4 und 5 in Heide (Holstein) Dort sind neben der aktuellen Abfahrt die folgenden Ankünfte oder Abfahrten verzeichnet.
Zielanzeige Gleis 3
Aber Pustekuchen, auch dieses Geld haben wir uns gespart. Die Hauptsache ist doch, wir aus Meldorf, St. Michel oder Burg bezahlen den teuersten Tarif in ganz Deutschland.
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Colors of Rain spielen in Meldorf

Colors of Rain - headeColors of Rain - header uni-75mmr uni-75mm

Pressemitteilung, Meldorf 5. Juni 2016 (-kri.)

Bonsche No. 5 am 3. August um 19 Uhr im Restaurant V in Meldorf

„Musik, auf die wir Lust haben“

Mit einer an Michael Jackson angelehnten Version des Beatles-Klassikers „Come together“ wird die fünfköpfige Band Colors of Rain am 3. August ihren Auftritt in Meldorf beginnen. Das Publikum darf sich auf „Lieblingssongs jenseits jeder musikalischen Schublade“ freuen – so beschreiben die CoReaner ihren Soundcocktail, der von Carol King bis zu Patti Smith, von Sting bis zu den Stones, von Paul Carrack bis zu Elvin Bishop reicht. Um 19.00 Uhr Uhr wird der erste Akkord direkt neben der Brasserie & Restaurant V in der Klosterstraße erklingen. Der Eintritt ist frei.

„Wir machen vorrangig die Musik, auf die wir Lust haben“, sagt CoR-Keyboarder und Gitarrist Sven Winkel. Gerade die unterschiedlichen tonalen Vorlieben seien bezeichnend für den bunten Mix aus beseeltem Blues, Rock und Soul, mit dem Colors of Rain ihr Publikum unter anderem schon bei der Musikantenbörse in Garding und bei Club-Konzerten in Itzehoe, Tönning oder Glückstadt begeisterte.

Die fünf Musiker aus Hamburg, Itzehoe und Umgebung haben sich ein sehr eigenwilliges Repertoire jenseits des Mainstream-Covers aufgebaut – der Mix aus den Genres Soul, Blues, Funk, Rock & Pop lehnt sich weniger an die jeweiligen Originalversionen, als vielmehr an besondere Revival-Interpretationen an. Jörn Bender (Bass), Hans-Peter (HP) Daumann an der Gitarre und Mundharmonika, Horst Dunkelmann (Hossi) am Schlagzeug und Sven Winkel (Keyboard und Gitarre) sorgen für den feinen Groove, Irina Hesselink weiß, wie man via Stimme und Mikrofon das Kopfkino und die Beine der Zuhörer in Bewegung bringt.

Am ersten Mittwoch im August werden unter freiem Himmel also besondere Arrangements bekannter Kultsongs zu hören sein. Einige Titel hätten durchaus das Zeug zur musikalischen Wettervorhersage, „Thunder and Lightning“ oder „Ain’t no sunshine“ haben es bisher aber noch nie zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung gebracht. „Ganz im Gegenteil“, sagt Horst Dunkelmann mit einem Augenzwinkern. „Wir gelten als Wolkenschieber und freuen uns auf fröhlichen, lauen Sommerabend in Dithmarschen“.

Gespielt wird, was den Akteuren gefällt und Irinas Stimmbänder hergeben. Deren Klang erinnert – tonal ziemlich dunkel – an Brenda Lee, Bonnie Raitt oder auch Amanda Lear, die es sich gemeinsam auf sandgestrahltem Vinyl gemütlich machen. Manchmal wie warmer Sommerregen, mitunter ein wenig verrucht und mit leichten Kratzern, aber immer aus tiefster Seele.

Bei dem Begriff Frontfrau schüttelt die eher zurückhaltende Wahl-Schleswig-Holsteinerin den Kopf: „Vorder- oder Hintergrund gibt es bei Colors nicht. Auf Augenhöhe gemeinsam gute Musik machen – das ist unser Bandverständnis“. Seit 2008 singt sie bei Colors of Rain, vorher stand sie unter anderem als Alt-Stimme eines a capella-Trios auf der Bühne, das sich auf Harmoniegesang à la Andrew Sisters und Hits der 1950er und -60er spezialisiert hatte. Kopf dieses Trios war die Rendsburger Musikerin Imke Quentin-Weschta, die im Norden vor allem als weibliche Stimme und Keyboarderin der BANDITS („Welcome to the Stars of Rock“) bekannt ist. Auch Hossi, HP, Jörn und Sven machen seit vielen Jahren in verschiedenen Rock-, Blues-, Soul- und Folk-/Country-Formationen Musik. In Hamburg und Schleswig-Holstein, am liebsten live und in Farbe.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind freiwillig. Es geht ein Hut herum. Stühle sind mitzubringen.

Colors of Rain spielen im Rahmen der Veranstaltungsreihe

Kultur Bonsche – der neue Sommer in Meldorf
Mit kleinen Darbietungen, Musik, Spiel und Tanz, wollen die Meldorfer Kultur Bonsche die Innenstadt in den Sommermonaten beleben. An sechs Terminen, immer mittwochs, immer ab 18 Uhr, laden die Meldorfer in diesem Jahr ein. Das ist der Anfang, in den kommenden Jahren sollen es noch mehr Termine werden. „Stühle sind mitzubringen“ heißt es auf den Plakaten, die Veranstaltungen laufen unter dem Motto ‚umsonst & draußen‘, „Wir haben das recht spontan organisiert, da darf das Publikum auch gerne spontan sein,“ sagt Christian Sternberg von der Bonsche-Crew dazu. An einigen Terminen ist das Mitmachen ausdrücklich erwünscht, dann stehen begleitend zur Musik Mitmachspiele oder Mitmachtänze auf dem Programm.
Veranstalter ist der Bürgerverein Meldorf e-V.
Spendenkonto: DE 03 2225 0020 0090 0274 75

Informationen zu den Meldorfer Kulturbonsche 2016
und presserechtlich verantwortlich:
Christian Sternberg, texter@freistern.de

Alle Infos werden unter folgendem Link archiviert: http://www.freistern.de/category/meldorfer-kultur-bonsche/

Veranstalter:
Bürgerverein Meldorf e.V., Anke Cornelius-Heide, Zingelstraße 2, 25704 Meldorf

Bildmaterial im Anhang:

Colors of Rain - headeColors of Rain - header uni-75mmr uni-75mm
Colors of Rain – header uni-75mm

Bildunterschrift:
Logo der Formation Colors of Rain

Colors of Rain Mai 16 (8 von 9)
Colors of Rain Mai 16 (8 von 9)

Urheber: PR-Foto
Bildunterschrift:
Die Itzehoer Band Colors of Rain covert abseits vom Mainstream einen bunten Mix aus beseeltem Blues, Rock und Soul.

Logo Bonsche mit Hintergrund-800
Logo Bonsche mit Hintergrund-800

Grafikdatei: Abdruck frei
Logo der Meldorfer Kultur Bonsche

Kultur Bonsches Lageplan
Kultur Bonsches Lageplan

Grafik: Kulturbonsches-Lageplan-1-9-0.jpg, Lageplan Stadt Meldorf Kultur Bonsche, Urhebervermerk: ‚karte: openstreetmap‘
Hinweis für Redaktionen:

Alle Presse-Infos zu den Kultur Bonsche finden Sie hier: http://www.freistern.de/category/meldorfer-kultur-bonsche/
Sie bekommen weitere Informationen über die einzelnen Veranstaltungen bis zum 10. des Vormonats.
Vorabinfos auf Rückfrage unter texter@freistern.de

August-Ausstellung im Traumausstatter

kunst+handwerk-2016

Pressemitteilung,
Meldorf 5. Juli 2016 (-kri.)

 Ausstellungseröffnung am 1. August im Traumausstatter
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Im August treffen sich acht Künstlerinnen und Künstler zur diesjährigen Sommerausstellung im Traumausstatter in Meldorf. Diese Sommerausstellungen zeigen jedes Jahr einen Ausschnitt aus der einheimischen Kunstszene und werden von den Künstlerinnen und Handwerkern selbst gestaltet. Liesel Petersmann hat die Vorbereitungen koordiniert. Eine Eröffnungsfeier mit Tamtam kündigt sie für 17 Uhr am Freitag, den 1. August an. Dann sind auch alle Künstlerinnen und Künstler anwesend.

Die Ausstellung ist geöffnet vom
1. August bis 27. August
montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr,
sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

Neu dabei sind in diesem Jahr:  

Zoe Fleurie mit Ölbildern  und Aquarellen. Die bulgarische Malerin lebt und arbeitet in Burg (Dithmarschen). 

Zoe Fleurie - TodorowdenKonskiWelikdenSt.Theodor-web
Zoe Fleurie – TodorowdenKonskiWelikdenSt.Theodor

Magdalene Abel mit neuen Skulpturen. Die Bochumer Objekt-Designerin hat 2002 ihren Wirkungskreis in Oldenbüttel gefunden. Im Meldorfer Jubiläumsjahr wirkte sie bei vielen Aktionen der Stadt aktiv mit.

magda-abel-rot
magda-abel-rot

weitere Informationen: https://magdaleneabel.wordpress.com/

Frank Speth mit neuen Skulpturen. Der als Kunstsam bekannte Bildhauer und Karikaturist lebt, arbeitet und unterrichtet in Quickborn. An der Meldorfer Gemeinschaftsschule gestaltet er in Kunstprojekten mit den Schülerinnen und Schülern den Skulpturenschulhof.

Frank Speth froh
Frank Speth froh

 weitere Informationen: http://kunstsam.de/

Die Illustratorin Roswitha Schulte-Mayr stellt Federzeichnungen aus, die sie für die katholischen Wochenzeitung Ruhrwort erstellt hat. Sie lebt und arbeitet in Großenrade unter anderem für die „Kleine Brigitte“ und „Geo“.

roswitha-schulte-mayr-Mädchen im Baum
Roswitha Schulte-Mayr Mädchen im Baum

Alte Hasen der Gemeinschaftsausstellung sind

Ingo Storck aus Heide mit Drechselarbeiten aus Grünholz, dessen Gestalt sich beim Trocknen des Holzes verändert.

Ingo_Schale-web

Dörte Tiessen aus Nordhastedt mit Schmuck und Keramik.

Dörte Tiessen Schmuck
Dörte Tiessen Schmuck

weitere Informationen: http://www.tonsteineperlen.de/

Helgard Jäger aus Meldorf mit Aquarellen und Postkarten

Helgard Jäger Landschaft
Helgard Jäger Landschaft

 

Friesenliese Claudia Talbi mit Taschen und Accessoires aus historischem Material

Claudia talbi Aus alt mach neu
Claudia talbi Aus alt mach neu

 

weitere Informationen: http://friesenliese.de

Im Anhang finden Sie Bilddateien, die im Text näher erläutert sind.
Das Material finden Sie auch im Web unter

für Rückfragen: Christian Sternberg
0176 53 45 19 36
www.freistern.de
texter@freistern.de