Hass or not?

Steven Spielberg hat eine gute Serie gedreht. Das ZDF hat sie auf deutsch.
Link zur Serie

Kurz gefasst:

Evolution. Es gibt evolutionäre Gründe für das Entstehen von Hass. Bei starker Nahrungskonkurrenz wurden die einen Affen agro und fraßen sogar die Kinder ihrer Konkurrenten, so tat es die Schimpanden. Die ansonsten baugleichen Bonobos trieben es friedlicher, sie hatten genug zu essen.
Gegenmittel: Alle bekommen genug zu essen.

Tribalism. Taucht zum Beispiel im Schleswig-Holsteinlied als ’stammverwandt‘ auf (19. Jahrhundert) Man kann Gefühle der Zugehörigkeit zu Sportclubs und Handelsmarken eben auch als modernen Tribalismus verstehen. („Ich bin Siemensianer.“) Wer mit einem Gefühl für Hansa Rostock aufgewachsen ist, hält Nachbarvereine für minderwertig und schlägt zu. Das Wir-Gefühl kann also auch töten.
Gegenmittel: Gemeinsam kochen.

Propaganda. Führungseliten, die ihre Macht erhalten wollen, benutzen tribalistische Gewohnheiten der Menschen, um Hass gegen andere Stämme zu schüren. („They are animals.“) Die von der Evolution geschaffenen Triebe kann nur der vordere Teil des Gehirns, der präfrontale Cortex, überwinden lassen. Schafft er bei vielen menschen aber nicht, wenn das Stammhirn systematisch mit Hassbotschaften berieselt wird. Gegenmittel: Glaube keinem Tier, das andere als Tier beschimpft.

Extremismus. Es werden vor allem unsichere, jüngere Leute angeworben. Sie sind verunsichert, wissen nicht, wohin sie gehören. Die Arbeit der Anwerbung erledigen ältere, rhetorisch begabte Menschen.
Ausstieg durch gezielte, verständnisvoll nachfragende Ansprache möglich. Dafür eignen sich Aussteiger gut.

Völkermord. Haben vernichtungswillige Extremisten die staatliche Macht, können sie auch staatliche Propaganda nutzen, um ihren Vernichtungswillen auf die Mehrheit des Volkes zu übertragen.

Hoffnung. Es gibt WissenschaftlerInnen und Fachleute, die neues Wissen über Gegenmittel sammeln. Es gibt neue Techniken, die Menschen zu neuem Denken verleiten. Wir müssen es nur nutzen.

Christian

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