Wer dünkelt, denkt nicht

Nazi-Denken ist nicht auf solche Menschen beschränkt, die nicht ganz helle im Kopf sind und teutsche Wörter falsch schreiben. In Lübeck gehörte es bis in die siebziger Jahre hinein zum Lehrstoff an der Eliteschule Katharineum. Altnazis und Prügelpauker trieben ihr Unwesen an diesem Gymnasium. Elite-Denken und Nazi-Tradition sind nicht das populistische Erbe der Demokratie, sondern eng verbunden mit einem Standesdünkel, der von Kindheit an die Klassengesellschaft predigt. Die Schule wurde darauf angesprochen, ob sie den Nachkriegsnazismus aufgearbeitet habe. Sie schweigt. Der Stadt Lübeck zum 875. Geburtstag gewidmet.
Sehr viele von meinen akademisch gebildeten Mitmenschen äußern, rassistisches, sexistisches, antisemitisches, völkisches, kurz: nazistisches Denken sei mit einer gewissen Bildungsferne verbunden. Mich erschüttert diese Einstellung immer wieder neu, die von linken Leuten ebenso vertreten wird wie von grünen oder konservativen. Sie ist aber falsch.
Mich wollten Lehrer am altehrwürdigen Katharineum zu Lübeck von 1965 bis 1973 zum Nazi erziehen.

Katharineum der Tradition: Das Signet der Schule sind Schwert und Folterrad
Katharineum der Tradition verplichtet: Das Signet der Schule sind Schwert und Folterrad

Von Sexta an wurde mir klar gemacht, dass ich eigentlich nicht zu dem Stand gehöre, der an dieser Schule das Abitur ablegt. Menschen von Familie besuchten diese Schule in dritter, gar vierter Generation. Das zählte. Meine Mutter hatte bei einem Notar namens Mann Bürogehilfin gelernt, Anwalt Mann war nebenbei auch noch holländischer Konsul. Freilich war meine Mutter eben „nur“ Bürogehilfin, und das ist nicht Familie, was man in jenen Kreisen als Familie bezeichnet. Ihre Eltern gehörten zu den einfachen Leuten, die SPD wählten und dafür sorgten, dass alle ihre Kinder eine Ausbildung bekamen. Sie wohnten in der Luisenstraße, wo fast alle SPD wählten. Den dortigen Nazi und den dortigen Kommunisten kannte in der Luisenstraße jeder. Leben und leben lassen.

Das Reichsdünkelritual
Am Katharineum zu Lübeck erlernte ich als erstes das Reichsdünkelritual: Lehrer für Lehrer ging zu Schuljahresbeginn die Liste der Namen durch und fragte freundlich nach: Schönemann? Von Dr. Schönemann die Tochter? Ja! Ach ja, sehr schön: Sabine Schönemann, hehe! Sabiná, bitte mit ‚a‘! Oh ja, mit a, hehe! Beim Aufruf meines Namens wussten einige, dass ich gemeinsam mit dem Sohn des Elternratsvorsitzenden und Jugendrichters in dem ehrenvollen Hause eingeschult worden war. Als Kind einer Nichtakademikerfamilie hatte ich eine Empfehlung für die Mittelschule bekommen – standesgemäß. Die Familie des Jugendrichters war der Meinung, dass die soziale Herkunft keine Rolle spielen dürfe und hatte sich für mich eingesetzt. Vor Ort war ich dann sozusagen nur der Blinddarm eines ehrenvollen Mitglieds des passenden Standes. Man fragte nach meinem Namen und nicht danach, welcher Kammer wir traditionell angehörten. Einmal verplapperte sich ein unscheinbarer Englisch-Lehrer und fragte: Sind Sie auch einer aus dieser Anwaltssippe? Nein, die Anwaltssippe mit der jüdischen Mutter trug einen Namen, der so ähnlich klang wie die mecklenburgische Stadt Sternberg, aber eben nur einen ähnlichen. Die Sterne stehen halt über Feldern, Wiesen und Auen ebenso wie über Dünen, Hügeln und Bergen.

Im Jahr 1970 erlebte ich dann die Steigerung. Ein rumäniendeutscher Französisch- und Deutschlehrer bemächtigte sich der Klasse mit dem Standardritual, die standesgemäßen Mitschülerinnen und – schüler nach ihren Eltern zu befragen.
Als ich an der Reihe war, brüllte er mit dem provozierend fragenden Hohn in der Stimme: „Steeäänbeeääg? Sind Sie Judäää?“ Nach dieser stimmlichen Gewalteruption konnte ich fetter Floh mein Nein nur flüstern. Erst zwanzig, dreißig Jahre später hatte ich dieses Erlebnis verarbeitet. Es war in dem Moment, als mich eine Ex-Sanyassin freudestrahlend fragte: Heeää Steänbeäg, sag mal bistu eigentlich Jude???

Glücklicher Weise hatte ich gerade eine Dokumentation über Poonajünger gesehen. Einige berichteten darin von Kissenschlachten Juden gegen Deutsche. Die Gruppe Juden durfte die Deutschen so lange mit Kissen bewerfen, bis es den Deutschen zu viel wurde und sie die Kissen zurückgeworfen haben. Und nach solcher Kissenschlacht dürfen die friedlichen Sanyassin auch wieder die Namen vermeintlicher Juden höhnisch verzerren und dann nach der Zugehörigkeit zum Judentum fragen. Sie sind ja mit dem Edelmut des Himalaya geweiht und haben das Hakenkreuz zurückgedreht.

Das antisemitische Urbedürfnis
Die Sprechweise, die Vokale meines Namens zu dehnen und dafür Konsonanten zu unterschlagen, kannte ich schon vom Sportplatz. Dort tummelten sich allerlei Gröfaze, die sich lebenslang im Kommisston übten. Ich dachte zunächst, das Bedürfnis, Menschen mit der Aussprache ihres Namens zu verhöhnen, entstünde beim Militär. An der Journalistenschule dann begegnete ich einem kölschen Sozi, der – ungedient – ebenfalls dieses Bedürfnis hatte und mich eben so höhnisch verzerrt beim Nachnamen nannte. Es ist anscheinend ein antisemitisches Ur-Bedürfnis. Ironie: Der Sozi kam dann später im Team des Bundesverteidigungsministers zu der ihm zustehenden Medienminute und kölschte den legendären Satz: „Dat müssen Sie Herrn Scharping schon selber fragen!“

Heute lernen wir lebenslänglich, damals sollten wir in der Schule fürs Leben lernen. Das wichtigste war für mich der rumäniendeutsche Lehrer. Er setzte sich als abschreckendes Beispiel in meinem Gehirn fest – für andere ein Vorbild? Dieses eklige Stück Nazi im Dienste des Katharineums belehrte uns bereits mit Versatzstücken neuer deutscher Rechtspropaganda: „Freiheit? Was heißt denn hier Freiheit? Man darf doch nicht einmal Heil Hitler sagen!“ Das gesamte Lehrerkollegium hat von alledem nichts gewusst. Sicherlich hat man ihm einen Hang zur Ironie beigemessen, heute werten wir es als besonders raffinierte Rhethorik der Höckes im Gauweiler.

Die Trillerpfeife Huhn

Turnhalle Katharineum zu Lübeck, Quelle: Wikimedia, Rechte: gemeinfrei
Die Elite Turnhalle gegenüber der Apsis der alten Klosterkirche und der gotischen Rück-Fassade des ehemaligen Katharinenklosters. Quelle: Wikimedia, Rechte: gemeinfrei

Dieses Beispiel am ehrwürdigen lübischen Gymnasium blieb nicht das einzige. Das anekdotenreichste Individuum des Kollegiums beglückte uns im Sportunterricht so: „Mann doooahh! Wenn ich mir diese lahmen Krücken schon ansehe, dooooahhh. Wir sind früher mitten fröhliches Lied uff de Lippen in die Tooooanhalle einmarschiert! Ick sogar ins Olympiastadion!Mitten fröhliches Lied uff de Lippen! Kneif die Arschbacken zusammen, Mann! Ja und dafür mussten wir dann später entnazifiziert werden, dooooahhh! Wenn ick da noch dran denke, sonn Zirkus, Mann!“ Diese fröhliche Darstellung der Entnazifizierung im Sportunterricht war gelogen. An der Schule der griechisch-römischen Elite gab es alljährlich einen Primanerfünfkampf. Hier stand natürlich Notabiturnazi Huhn — so nannten ihn manche: Huhn; denn sein Name erinnerte an das lateinische Wort für Huhn. Auf dem Rasen also stand Huhn mit der Trillerpfeife im Maul herum. Mein Mathelehrer mit Kind auf der Schulter merkte auf, als meine Mutter lautstark skandierte: „Jetzt zeige mir Huhn!“ Und ich zeigte auf den breitschultrigen Riesen mit dem nahkampfkurz geschorenen Schopf. Er drehte sich um und meine Mutter bestätigte: „Das ist er, Kradmelder SS Klaus Huhn, der mit seinem SS-Motorrad durch die Luisenstraße fuhr und alle denunziert hat.“

Es war ein ungemein wohliges Gefühl, die Trillerpfeife zwanzig Meter tiefer sinken zu sehen. Wollte er sich in der Menge verstecken? Mein Mathelehrer fragte strahlend nach: „Stimmt das Frau Sternberg?“ Sie sagte: „Na klar, und der soll nie wieder erzählen, er habe wegen eines fröhlichen Lieds uff de Lippen entnazifiziert werden müssen!“ Folgen für diesen Lehrer hatte das freilich nie gehabt. Er durfte weiter unbehelligt sein Unwesen treiben und erhielt später die Beförderung zum Studiendirektor. Und ich bekam bei ihm fortan ein ‚Gut!‘ in Erdkunde. Er musste mit dem stets brüllenden Geschichtslehrer Panzerschulze eine gemeinsame Note auswürfeln, und egal ob Schulze eine 4 oder eine 5 wollte, es wurde am Ende ein gemeinsames Befriedigend. Warum das so war, auch das habe ich erst viel später kapiert.

Vergiss nicht woher Du kommst

Gedenktafel Erich Mühsam Löwenapotheke Lübeck
Gedenktafel Erich Mühsam Löwenapotheke Lübeck

Meine Mutter hatte bei Konsul Mann nicht nur Bürohelfen gelernt, sondern auch, dass der Antinazismus ihres Vaters richtig war. Sie durfte an NS-Feiertagen die Mahnwachen ohne Hitlergruß umgehen und mit Verspätung ins Büro kommen. Meine Mutter machte den nötigen Umweg auch nach Hause, mein Großvater war stolz auf den Lehrherrn. Zu mir sagte er später: „Ick heww nix gegen Ackedemicker as den Lehrherrn von din Modding, aber mien Jung, is ja man allens fein mit de höhere School, blot vergeet nich, wo du herkamen büst.“ (Ich habe nichts gegen solche Akademiker wie den Lehrherrn Deiner Mutter. Es ist zwar schön mit der höheren Schule, mein Junge, aber vergiss nicht woher Du kommst.)

Ein Vorbild im Sinne meines Großvaters wäre Erich Mühsam gewesen. Den Ex-Mitschüler und Anarchisten, der mit seinen Tricks zum ersten Denkmalschützer der Stadt wurde, hat uns die Schule aber lieber verschwiegen. Verehrt wurde der romantische lübsche Dichter Geibel, dem es gelang das deutsche Wesen auf ‚Welt genesen‘ zu reimen. All dieses Versagen wäre für sich genommen schon schlimm genug gewesen, aber wir erlebten obendrauf noch nazistisches Menschenbild und nazistische Umgangsformen aus allererster Hand.

Neger Süß

Turnhalle Katharineum zu Lübeck heute
Passend zur neogotischen Fassade der Turnhalle wurde das Gebäude modernisiert und bietet heute der gotischen Rückseite von Katharinenkirche und Kloster ein attraktives Gegenüber.

Wes Geistes Art Lehrer Huhn pflegte, lässt sich am besten an einem Beispiel zeigen, das dem Sohn eines Schulelternrats widerfuhr. Unter der Obhut von Sportlehrer Huhn brach sich der Mitschüler einen Arm. Er musste vor Schmerz heulen. Lehrer Huhn nahm seine Schmerzen in der Umkleide mit den Worten zur Kenntnis: „Stell Dich nicht so an Du Pflaume!“ Und die allgemeine Anerkennung des Herrn Oberstudienrat machte nicht vor dem Rest der Hansestadt halt. Regelmäßig zum runden Geburtstag bekam Huhn eine überschwängelige Laudatio in den Lübecker Nachrichten: Schleifer Huhn als Vorbild für die Recken der Lokalpresse dieser Stadt. Gegenstand von Huhns Unterrichts war notabene, dass er jeglichen Rassismus verstehen könne, denn beim Körpergeruch fange es ja schon an, denn Menschen, die er den Neger nannte, röchen ja so süßlich. Memoriere: Was wir heute unerträglich finden, war am Katharineum Lehrstoff.

Selbstverständlich lernten wir auch, wie ein deutscher Junge aussieht. In der Turnhalle wurde militärisch angetreten. „Mann, dooooaaa, wenn ich diese Fettsäcke schon sehe dooooaaa! Rühr’n!“ Dann wurde ein echter deutscher Junge herausgepickt. „Såååå sieht ein deutscher Junge aus, aalschlank, flink wie ein Wieeeeselll, zääääähhh wie Ledääää, harrrt wie Kruppstahl. Wenn ich diese Fettsäcke schon sehe doooaaaah!“ Und so ging das weiter. Wöchentlich zwei Mal. Was wöchentlich zwei Mal in Kinderohren gepostet wird, setzt sich fest. Das ist Penetrationswerbung. Und so ein Individuum durfte sich entnazifiziert nennen. Und mit seinem Notabitur fühlte sich Huhn als Teilhaber an der „geistigen Elite des deutschen Volkes“, zu der nur fünf Prozent der deutschen Bevölkerung zählen sollte. Da haben wir es wieder: Elite braucht das Land und die richtet sich nach Stand. Gymansium für die Eliten, lautet denn auch der neoliberale Schlachtruf. Die intellele Elite der linken Mitschüler werteten das Elite-Huhn lediglich als angeknackstes Individuum, Rassismus und Antisemitismus der Neonazis an der Schule als ’neofaschistische Spätpubertanten‘. Dem eigentlichen Thema wichen auch sie aus.

Das mag manchem als Hühnerschiss erscheinen, über den man sich nicht aufregen solle. Ein Biologielehrer wusste beizutragen, dass Huren nachweislich genetisch minderwertig und schwachsinnig seien. Denn sie verdienten viel Geld und würden trotzdem keine Ersparnisse haben. Den vielen Kriegskrüppeln mag man Verfehlungen nachsehen, wenn Sie Schülern eins mit dem Staffelholz überzogen oder scharf in die Klassen hinein vor den kleinen Knürpsen warnten, die immer den größten Lärm machten. Aber wie wärs denn mit dem Brutalo, der sich selbst Mister Body nannte?

Der prügelnde Body
Body schwankte mit zwei abgewetzten Ledertaschen in den Händen in den Raum und hatte es nötig, alle Namen seiner Schülerchen mit einem ‚chen‘ zu verzieren. Kleinmach’chen war seine Devise. Oft ließ er sich dazu hinreißen, das eine oder andere Schülerchen zu ohrfeigen. Seine Affekthandlung bestand darin, sein volles Übergewicht vor dem betreffenden Kind aufzubauen, immer wie ein Gewichtheber das Standbein wechselnd, bis er tief Luft holte. Dann packte seine linke Pranke das rechte Schülerohr und zog es ganz weit nach außen, mit seiner rechten Pranke holte er in der Gegenrichtung weit aus und ließ aus seiner Kreuzigungshaltung heraus den Kopf des Kindes mit voller Wucht in seine rechte Pranke prallen, indem er kräftig seine beiden Arme zur Mitte bewegte. Dann schnaufte Mister Body wie ein Bullterrier an seinen Lehrerplatz zurück und pflanzte sich wieder auf seinen Stuhl. Sein Kopf nickte ruckartig auf und ab, und er röchelte ein ’nichtwahr‘ heraus und schluckte zweimal.

Tafel über dem Eingang des Katharineums
Heute präsentiert sich das Katharineum morden. Die motivierenden Ein- und Zweisilber sind auf dem Vormarsch, Aufarbeitung gehört nicht dazu.

Die Gründe für seine planmäßige Züchtigungswut seien an einem Beispiel beschrieben. Es ist Wandertag und der lübische Mensch musste Hünengräber besichtigen, die wir heute Großstein-Gräber nennen. Damals sagten die Lehrer Hünengräber. Mister Body gab sich wie immer besonders witzig und sprach von „Hühnergräbern“. Sein Witz bestand aber ausschließlich darin, eine Falle für seine Prügellust auszulegen. Ein Schüler tappte rein und sagte: da drin haben aber viele Hühner Platz. Das war Grund genug für ein Ohrengrab in seinen Pranken. Nein das ist nur brutal und nicht nazistisch, aber es belegt, dass auch in der Reichsdünkelelite die bewusst und absichtsvoll eingesetzte Gewalt gegen Schutzbefohlene zum Lehrstoff gehörte.

Der Pranger als Schulstoff
Unterricht in Justiz und Demokratie erhielten wir nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Und das kam so: Der Lehrer für Chemie C. hatte seinem Lieblingsschüler L. den Schlüssel für den Giftschrank anvertraut. Als eine Chemikalie daraus fehlte, wurde natürlich dieser Schüler verdächtigt. Mindestens drei ganze Klassenstufen, also rund 300 Leute wurden in die Aula abkommandiert und erlitten den praktischen Demokratie-Unterricht. Auf der Bühne ein Tisch und zwei Stühle wie bei einem Schachspiel. Auf der einen Seite saß der sich betrogen fühlende Lehrer C., auf der anderen Seite hockte in sich zusammen gesunken der angeklagte Schüler L. Lehrer C. schenkte Wasser ein und führte einen Schauprozess gegen L. Nun denn, die Geschichte der Schule reicht ins Mittelalter und beruft sich auf die einstmals geräderte Heilige Katharina. Da ist es schon fast rechtstaatlich, wenn der verantwortliche Beamte selbst die Anklage, Beweiserhebung und Urteilsverkündung in einem Schauprozess gegen seinen Schutzbefohlenen übernimmt und ihn am Ende am Leben lässt.

Das Schweigen als neue Tat
Und? Begehe ich dasselbe nicht jetzt gerade selbst? Stelle mich als Opfer dar, klage an und spreche schuldig? Ja, auch dieses Tun hat eine Vorgeschichte. Auf facebook trafen sich einige Leute, die in ähnlicher Weise diese gemeinsamen Erfahrungen verabscheuen. Zwei Grüne, ein Linker, ein Konservativer, ein Liberaler und ich alter Anarcho. Wir verfassten gemeinsam einen Brief, den ich im Januar 2017 an den inzwischen emeritierten Oberstudiendirektor sandte. Die Frage lautete, ob dieser Nachkriegsnazismus an seiner Schule aufgearbeitet worden sei oder ob er ihn aufarbeiten wolle. Er hat nicht einmal den Eingang meines Briefes bestätigt, den ich richtig auf Papier druckte und mit eigenhändiger Unterschrift kränzte. Ich weiß, dass ich nicht zur lübischen Elite gehöre. Darauf bin ich stolz. Sollen sie alle in ihrer skrupellosen Unkündbarkeit die nächsten 875 Jahre vor sich hin schnurren. Sie werden trotz alledem von alledem nichts wissen wollen. Es sei ihnen verziehen: Wer dünkelt, denkt halt nicht. Und das Denken muss ja irgendwann einmal ein Ende haben.

Christian

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