Boyens Zeitung lesen in Meldorf

Das große Dithmarscher Land hat eine eigene unabhängige Tageszeitung. An dieser Stelle müssen wir alle Neuen noch einmal darauf hinweisen. Das ganze Land mit allen ihren Städtchen, hat nur halb so viele Einwohner wie die Landeshauptstadt.  Das heißt: Die Tageszeitung muss alle Aufgaben wuppen und hat viel weniger Einnahmen. Viele Neue im Ländle vergleichen nun die kleine Dithmarscher Landeszeitung (DLZ) mit ihren großen überregionalen Lieblingen. Das geht natürlich gar nicht, schließlich bekomme ich die Ware im Bioladen ja auch nicht zu Aldi-Preisen.

Wenn wir also Zeitung und das Lesen liebhaben, müssen wir still genießen. Wer als Reporter für diese Zeitung schreibt, schätzt eben ein Zuhause und die eigene Familie mehr als das Prestige für eine Watergate-Enthüllung. Dennoch haben er und sie den typisch journalistischen Schalk im Nacken. Da werden dann zum zweiten Mal dieselben neuen Beschlüsse gefasst, und es ist der Leserin, dem Leser überlassen, dies ernst zu sehen oder als Ironie.Dieser Genuss beginnt mit der Titelseite, die wir wahllos von vier aufeinander folgenden Tagen geknipst haben:

Nun müssen wir gleichzeitig vor Verschwörungstheorien warnen. Hier sind keine hinterhältigen Strippenzieher am Werk, die dem Waldhorn Habeck oder einer Bundeskanzlerin schaden möchten, die kein Interesse an schrumpfenden Dörfern hat. Es kommt halt so: Die Auswahl der Bilder orientiert sich streng an den Kriterien des Boulevard-Journalismus, auch wenn wir in der Verlagsstadt vergeblich einen Boulevard suchen. Das ist beim Lokaljournalismus besonders schwierig, weil dort auf sexy Kraut zu verzichten sei. Gleichzeitig muss der lokale Aufreißer über dem Bruch, an dem die Zeitung gefaltet ist, stehen. Das gibt dann lustige Kombis. Und die letzte Kosmetik-Reform der Zeitung erzwingt offenbar, dass die aufreißende Überschrift das aufreizende Bild untertitelt. Ein Schölm der Böses daboi döchte.

Im Innern kommt jedes schrumpfende und wachsende Dorf in der Zeitung vor, auch Meldorf. Und das ist in zweierlei Hinsicht eine Leistung. Erstens muss der Verlag sehr viele Reporter beschäftigen, denn allein die weiten Wege kosten viel Zeit. Zweitens passiert in einer dünn besiedelten Gegend nicht so aufregend viel, dass selbst begabte Reporter etwas herausholen können. Liebe Neue in Meldorf, bitte werdet zu stillen Genießern und freut Euch über den Verlag ,der eine Strategie gefunden hat, in der kleinen Region zu überleben. Arbeitet den vielen kleinen Lokalredaktionen solidarisch zu. Sonst werden wir alle in den großen Madsack gesteckt oder in eine Streuobstwiese aus Reederei, Schnaps und Medien. Abschließend noch ein Tipp: Versuche nie etwas auf der Webseite des Verlags zu finden. Nutze stets Google oder Bing, und suche nach „Suchwort Site:boyens-medien.de“

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Christian

2 Gedanken zu “Boyens Zeitung lesen in Meldorf

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