Zum Teil leicht zu kalt

SprachschönheitManch eine Sprachschönheit darf sich ein notorisches Lästermaul nicht entgehen lassen: „Für den Wonnemonat Mai wird zum Teil eine leicht zu kalte Variante berechnet.“ So gesehen auf wetter.de zum Schüttelmonat April des Jahres 20(20minus5). Daraus dürfen wir jetzt nicht schließen, dass Wetterreporter zu Misshandlungen neigen. Es lässt sich leicht zu einfach erläutern: Das Wort Mai darf einfach nicht ohne Wonne verwendet werden, wenn biedermeierliche Kitschreporter am Werk sind. Wer eine besondere Neigung dazu verspürt lese den alljährlich wiederkehrenden brand-aktuellen Bericht des Hamburger Abendblatts über die Schwäne, die auf die Alster zurückgekehrt werden.

Derlei Seifenschaumjournalismus erläutert jedes bekannte Hauptwort mit einem schmückenden Zusatz, während wissenschaftlich klare Wörter keiner solcher Beiwörter bedürfen: „Solche langfristigen Prognosen können immer nur einen Trend widerspiegeln. Das tatsächliche Wettergeschehen kann sich kurzfristig in eine ganz andere Richtung entwickeln.“ Was ist ein Trend? Elegant wie der Quasihaftungsausschluss der wetter.de-Expertise aufschimmert. Wir stehen im Regen, es wird uns nicht erklärt. Nur das alles ganz anders sein kann. Er trendelt halt der Trend! Aber nur kurzfristig, weil sonst wär’s ja ncht langfristig. Wer ist dafür verantwortlich? Jachuzet und Jubilieret! Ex-Jauch-Sender RTL!

Christian

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