Kreative Prozesse

Mit den kreativen Prozessen ist das so eine Sache. Da bemüht sich ein Verlag, den Einband eines Romans besonders treffend zu gestalten, und was passiert? Die erste Kritikerin urteilt: kitschig. Der Verleger hatte Wert darauf gelegt, dem Einband auch die Zeit des Romans mitzugeben. So kann’s gehen.

Was bedeutet es, eine inklusive Webseite für eine zweisprachige Schriftstellerin zu gestalten. Klar: textlastig. Wir brauchen also keine Rücksicht auf die Menschen zu nehmen, die sich an Texten stören. Das kommt uns sehr gelegen. Denn wir wissen: Bilder lügen immer einen Tick mehr als Wörters. Neuer Stoff und wir hoffen er funktioniert :

Screenshot JudithArlt.de
Screenshot JudithArlt.de

Christian

Ein Gedanke zu “Kreative Prozesse

  1. sehr schön! Danke. Es liegt, glaube ich, an den Helvetiern. Die sind nicht bereit, sich auf Experimente, nicht einmal ästhetische einzulassen.
    Dies hier ist gerade im Panther 70, dem kulturellen Verteiler des Herrn Dr. Valentin Herzog (betreibt die Arena Riehen) erschienen:
    „Frauen: Irène, Tochter polnischer Emigranten in Paris, Germanistin, bekommt zu Weihnachten von ihrer geliebten Elle den Reisebericht, den ihre Urgrossmutter Lina Bögli 1906 publizierte – die Geschichte einer 10jährigen Reise um die Welt, einer Reise aus Liebeskummer, weil die studierte Schweizer Bauerntochter, die als Hauslehrerin in Krakau gearbeitet hat, den Geliebten Bujak, Offizier der K. u. k. Armee verlassen muss, um seine Karriere nicht zu ruinieren. Sie erwartet ein Kind von ihm. Auch Irène trennt sich von ihrem Mann, die Söhne werden erwachsen. Zeitweise lebt sie mit Elle zusammen in Krakau, wo sie die Archive nach Informationen über ihre Urgrosseltern durchforscht.

    Was in dieser Verkürzung nach einer simplen Parallel- oder Ahnenforschungsgeschichte aussieht, wird von der Autorin geradezu besessen verfremdet und gewissermassen atomisiert. Einzelne Momente in der Geschichte der beiden Frauen werden mit fabelhafter Plastizität gezeichnet, aber dann sofort aus dem chronologischen Zusammenhang gelöst, gegeneinander verschoben, mit historischen, ethnologischen, geographischen Informationsblöcken versetzt, gelegentlich ins Surreale gekippt. In dem so entstandenen Romanteppich lassen sich bestimmte Motive, Gesichter, Figuren immer wieder erkennen. Sie in den rechten Zusammenhang zu bringen, erweist sich allerdings als ein Unterfangen, an dem man auch verzweifeln kann – dann verliert man die Geduld, liest nur noch diagonal oder legt das Buch weg. Das ist schade. Judith Arlt: Die Welt war schneller als die Worte. Achter Verlag (in Acht bei Koblenz)“

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