Das promulgatorische Nein

Wir hatten den ersten Hauptsatz der Promulgatorik ermittelt: Beschränke Dein Schild auf ein prägnantes Hauptwort. Nun wissen wir, dass die meisten Schilder von staatlichen Autoritäten aufgestellt werden. Und die wollen nun einmal verbieten. Statt „Foto!“ sagen sie lieber „Kein Foto“. An dieser Stelle kommt der rote Balken ins Spiel.

blaues QuadratHier sehen wir lediglich eine blaue Fläche, genauer: ein blaues Quadrat. Dieses Blau für sich allein genommen ist ohne Bedeutung. Es besagt nichts. Daran ändert auch nichts die Form. Der blaue Kreis sagt genau so wenig wie das blaue Quadrat. parken 2Wenn wir dann im dritten Schritt einen roten Ring um den blauen Kreis legen, erkennen alle, wohin die Reise geht. Wir nähern uns einem Verbotsschild, das Kinder bereits kennen, bevor sie lesen und schreiben können: „Mama hier darfst Du nicht parken!“

So lange nur ein Strich schräg über die blaue Fläche verläuft, darf Mama gefahrlos antowrten: „Ich will Dich ja bloß rauslassen, damit Papa Dich abholen kann!“ Ein roter Querstrich verbietet also schon ganz viel, aber noch nicht alles. Zwei rote Querstriche bedeuten: Hier gibt es auch kein Halten mehr!

Dabei ist enes zu beachten: Der rote Balken muss unbedingt ein quer gestelltes zum Balken lang gezogenes Rechteck sein. Ein schwungvolles Kreuz, das geschrieben wirkt, weckt eine andere Assoziation. Dann denken wir, es habe eine Wahlmöglichkeit gegeben und wir hätten diese Möglichkeit ausgewählt. Das ist dann unabhängig von der Farbe:

 

Wir fassen also den ersten Nebensatz der Promulgatorik zusammen: Wird der Gegenstand gemäß dem ersten Hauptsatz der Promulgatorik mit einem schrägen Balken durchgestrichen, dann ist dies die Negation der Aussage (nein), zwei gekreuzte Balken sind ein Doppelnein.

Christian

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