Klare Kante schleudert nach rechts

Wieder haben wir einen interessanten Fall für unsere promulgarologischen Betrachtungen:

Wir sehen am Straßenrand ein Auto nach rechts schleudern. Dem Autofahrer wird deutlich: Hier besteht Schleudergefahr. Alle Autos ohne elektronisch geregelte Schleuderunterdrückungsmechanik, sprich: die billigen Autos, bekommen signalisiert, sie sollten langsamer fahren. Ob dies als Beschilderung an der Straße nach der Straßenverkehrsordnung zulässig ist, sei einmal dahin gestellt.

Das Schild erläutert diesen Inhalt dann verbal: Stabile Regierung statt Dänenampel birgt Schleudergefahr nach rechts. Um nach rechts ins Schleudern zu geraten, solle man CDU wählen. Um diesem Anliegen weiteren Nachdruck zu verleihen, wurde das Schild schön unordentlich und schief montiert. Offenbar hat der Autor dieses Schildes unter Zeitdruck gehandelt, so dass er die übliche Sorgfalt vermissen ließ. So ist es ihm auch entgangen, dem geneigten Leser, der hier zur Wahl der Schleudergefahr ermuntert werden soll, den Begriff der Dänenampel zu erläutern.

Dahinter steckt etwas Politisches, nämlich eine Koalition unter Einschluss des Südschleswigschen Wählerverbands im schleswig-holsteinischen Landtag. Der überaus kreative Autor des Plakats zieht nun den Begriff der Ampel zurück in den Straßenverkehr. Dieser Bezug ist eindeutig: Wanderte schon der Kreisverkehr in verkehrsberuhigender und unfallmindernder Absicht von Norden wieder in die deutsche Republik ein, so wird nun die Dänenampel für mehr Ruhe und Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen. Denn ein tief sitzendes Vorurteil besagt: Wo Dänen auf der Autobahn fahren, geht es gesittet und ruhig zu. Dieser Bedrohung Schleswig-Holsteins will der Autor dieses Plakats unbedingt entgegen treten und empfiehlt das Schleudern nach rechts. Schade eigentlich, hatten wir uns doch schon auf die langsame Einführung einer Zivilgesellschaft in Deutschland gefreut.

hannes

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