Tag Archive 'Sicherheit'

Jan 26 2011

Wohnprojekt als Genossenschaft – warum?

Published by under Genossenschaft

Wenn man wie ich die Form der Genossenschaft propagiert, erntet man oft erstaunte Nachfragen: “Genossenschaft? Warum?” Nach und nach möchte ich einige Argumente hier niederlegen. Aus aktuellem Anlass: Welche Vorteile hat die Genossenschaft für ein Wohnprojekt? Die Antwort beginnt mit einer Gegenfrage: “Was verstehst Du unter einem Wohnprojekt?” Wohnprojekten geht es normalerweise, so  Wikipedia, um “Selbstverwaltung und basisdemokratische Arbeitsweisen”. Danach wird auch Spekulation mit Wohneigentum als Kapitalanlage abgelehnt. Es gibt auf der anderen Seite neue Formen von Bauprojekten, in denen Menschen gemeinsam ihr künftiges Wohneigentum planen, sogenannte ‘Baugemeinschaften’. Solche Baugemeinschaften können Wohnprojekte sein, sind es aber in der Regel nicht.

Gemeinschaft gleichberechtigter Menschen

Link zur Wohnreform eGWohnprojekte wollen nicht nur ihr Wohnumfeld bewusst gestalten, sondern auch eine dauerhafte Gemeinschaft der dort wohnenden Mitmenschen. Geht es um die Gemeinschaft, dann gelten in einem pluralen, liberalen und demokratischen Gemeinwesen eben auch die Regeln der Partizipation und der Gleichberechtigung. Genau dies ist Grundlage der Verfassung von Genossenschaften, wie man das im Wertekatalog des internationalen Genossenschaftswesens nachlesen kann. Die Teilhabe an dem Wohnprojekt hängt dann nicht vom Reichtum eines einzelnen Teilnehmers ab. Ziele von Genossenschaften sind also die gleichen wie die Ziele von Wohnprojekten. Nun gibt es an der ganzen Sache in Deutschland leider ein Leider.

Das deutsche Handicap und eine neue Lösung

Zum einen hat die deutsche Wirtschaft Anfang des 20. Jahrhunderts das Genossenschaftswesen bekämpft und die NS-Diktatur hat ihr dabei geholfen, dem Genossenschaftswesen Steine in den Weg zu legen. Deshalb haben die meisten Wohnungsbaugenossenschaften ihre Spareinrichtungen verloren. Später wollten sich die westdeutschen Genossenschaft übereifrig von ihren ostdeutschen Pendants abgrenzen. So war es in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts kaum möglich, neue Wohnprojekte als Genossenschaft durchzubringen. Findige Leute ersannen deshalb eine juristisch sehr komplizierte Lösung, aus der ein großer genossenschaftlicher Zusammenhang für selbstverwaltete Wohnprojekte wurde: das Mietshäuser Syndikat.

Auch Reiche können mitmachen

Inzwischen ist die Spaltung Deutschlands überwunden, und man kann sich wieder ohne Scheu genossenschaftlich organisieren. Die Handicaps sind ausgeräumt und die genossenschaftlichen Prüfungsverbände heißen einen willkommen. Viele der neuen Genossenschaften können von Wohnungsbauprogrammen profitieren. Schwierig wird es nur, wenn man die Bedürfnisse von reichen Leuten Leuten mit den Bedürfnissen von armen Menschen in Einklang bringen will. Für die Wohreform eG hat der norddeutsche Prüfungsverband der Wohnungsbaugenossenschaften eine Lösung gefunden.

Oft muss man eine neue Genossenschaft gründen

Link zum Wohnprojekte PortalWarum sollte man sich denn nicht mit einer der traditionellen etablierten Wohnunsgbau-Genossenschaften zusammen tun? Nun, das kann man in vielen Fällen sehr gut. Manchmal passen allerdings die Interessen der Wohnprojektler nicht so gut mit den Interessen der Wohngeno zusammen. Traditionelle Baugenossenschaften haben nämlich eine Verantwortung für das Kapital ihrer (vielen) Mitglieder, die in schon bestehenden Wohnungen leben. Die Wohngenos kennen “ihren” Wohnungsmarkt vor Ort perfekt. Und daran orientieren sie ihre Baupolitik. Kommen jetzt neue Leute, “die alles ganz anders machen wollen”, dann kann es sein, dass die neuen Wünsche (noch) nicht zu den Planungen der alten Genossenschaft passen. Das kann sich im Laufe der Zeit aber ändern, und wenn erst ein Wohnprojekt über zehn Jahre Erfolge hat, zieht die traditionelle Wohngeno nach. Das ist logisch und vernünftig: Um den Bestand zu erhalten agiert eine gute Genossenschaft sehr vorsichtig. Ein weiteres Charaktermerkmal von Genossenschaften, das für die Bewohnerinnen und Bewohner ein Vorteil ist: Sicherheit!

Bookmark and Share

No responses yet

Jan 12 2011

Jobsuche bei der Arbeitsagentur

Published by under Allgemeines

Gib Dein Profil für die Jobsuche bei der Arbeitsagentur ein und Du wirst viele Überraschungen erleben. Bei der Eingabe merkst Du, dass sie wirklich die größte Erfahrung haben. Viele Portale sind Standard, bei der Agentur bekommst Du aus dem Formular heraus viele Anregungen, wie Du Dein Profil gestalten kannst.

Schön ist ja auch: Wenn Du dann eine Jobsuche formuliert hast, kannst Du die veröffentlichen und in x andere Portale exportieren. Auch pfiffig. Und es gab dann auch eine Hotline, die ich anrufen durfte, wenn ich mal Fragen hatte. Ging fix eine ran und hat meine Frage in 1 Minute und 55 Sekunden Telefonat gelöst. Auch gut.

Aber jetzt kommen die Juristen: Aus Sicherheitsgründen kann ich auf dieses Profil nicht verlinken. Man solle statt dessen die Seite der Agentur ausfuchen und in das Feld Suchbegriffe die Nummer 10000-1063076984-B eingeben. Wenn man das dann tut, gelangt man auf die Seite, die man dann hier klicken kann.

Sicherheit als Illusion

Das erinnert mich an eine Geschichte aus dem Jahr 1993 im Deutschen Bundestag, damals noch in Bonn. Aus Sicherheitsgründen musste mein Abgeordneter für seine Adressdatenbank ein Passwort eingeben, das niemand kannte außer ihm. Crash! Passwort weg! Und nun? Sieben Tage warten bis die Sicherheit kam und das System zauber, zauber wieder neu installieren wollte. “Was haben Sie denn in der Zwischenzeit ohne uns gemacht?”, fragte die Sicherheitstechnikerin. Nun wir hatten auf der Dos-Ebene die dbase-Datenbank unverschlüsselt vorgefunden und aufgerufen und genutzt. Das Sicherheitssystem des Deutschen Bundestags war eine reine Illusion. Die wurde allerdings gut bezahlt, und die meisten deutschen Volksvertreter werden es geglaubt haben.

Bookmark and Share

No responses yet