Tag Archive 'erwerbslos'

Jul 03 2011

Genossenschaften können mehr

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Warum sollte ein genossenschaftliches Unternehmen mehr können als ein privates? Die übliche Vorstellung ist ja: Wenn sich etwas lohnt, dann wird das schon einer anpacken, der das nötige Kleingeld hat. Nun lohnt sich aber nicht alles so schnell, wie sich das Geldgeber wünschen. Nehmen wir einmal folgenden Fall an: Ein Politiker möchte in einer ehemaligen Industriestadt, aus der die Menschen abwandern, einen neuen Wirtschaftszweig in Gang bringen, zum Beispiel Ökotourismus. Dann wird jeder Investor, jede Bank fragen, ob die Region denn die Voraussetzungen dafür erfüllt, so dass sich die Investition lohnt.

Eigenleistungen investieren

Das ist normaler Weise nicht der Fall. Obwohl nur ganz einfache Fragen beantwortet werden müssen: Habt Ihr einen Fahrradverleih? Habt Ihr ein ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz? Mit den nötigen Infotafeln für die Kids? In solchen Fällen können die Menschen, die vor Ort leben und Arbeit suchen, die besseren Investoren sein. Für Radwege, Infotafeln und Fahrradverleih braucht man in erster Linie Arbeitskraft. Diese Investition kann eine Genossenschaft einbringen: als Eigenleistung derer, die später auch im Tourismus arbeiten wollen.

Informationen streuen und Kooperationen suchen

Außerdem müssen Informationen gestreut werden: Wo und vor allem wie wollen die Touristen wohnen? Welches Ambiente lieben sie? Wie finden wir sie, wie kommen wir mit ihnen in Kontakt? Auch hier kann bürgerschaftliches, genossenschaftliches Engagement wertvolle Hilfe leisten. Erste Schritte sind leicht getan: Die Selbsthilfe-Geno Öko-Tour eG eröffnet einen Fahrradverleih am Bahnhof. Aber leider weiß noch kein Ökotourist, dass man dort einen schönen Ausflug in die Natur machen kann. Also sucht die Öko-Tour eG einen Koop-Partner, die Bahngesellschaft. Beide bieten gemeinsam tolle Touren an. Mehr Leute hüpfen auf die Bahn und lernen die Region kennen. Jetzt braucht die Öko-Tour eG noch einen gastronomischen Partner, der die passenden Speisen und Getränke anbietet. Vielleicht können wir vor Ort noch regionalen Bio-Honig und regionalen Bio-Käse einkaufen? So kann auf genossenschaftliche Weise der Boden bereitet werden, dass sich größere Investitionen auch lohnen. Genossenschaften können eben mehr.

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Jan 30 2011

“Jagd auf einen Menschen” neu gelesen …

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Die Lebenslügen der Politik führen für die Betroffenen zu gemeinen Zynismen. Eine dieser Lebenslügen ist: Wer eine gute Ausbildung hat, wird auch nicht arbeitslos. Komischer Weise sind die Trainings für arbeitslose Akademiker hoffnungslos überbucht. Die alte Morgensternsche Regel, dass nicht sein könne, was nicht sein dürfe, feiert fröhliche Urständ. Aber wen wundert’s? Schließlich lassen wir uns von Juristen regieren.

Die arbeitslosen Akademiker nehmen dann in ihrer Ausgrenzung unterbezahlte Dozentenjobs an. ‘Deutsch für Ausländer’. Wer sich so mit Stundenhonoraren von 15 oder 20 Euro erst einmal tausend Euro für Miete und Essen verdient, sitzt dann schon wieder in der Falle. Dann kommt nämlich die Bundesversicherungsanstalt für angestellte Gewerkschafter und Fettverdiener und verlangt 400 Euro monatlich. Pikanter Zynismus dabei ist, dass alle anderen Akademiker, die sich dort für 400 frewillig versichern wollen, von der BfA abgewimmelt werden. Die freiwillige Rentenversicherung rechne sich nicht, heißt es dann.

Die Situation ist empörend: Die Politik versucht zum Beispiel Deutschkurse für Einwanderer so unattraktiv wie möglich zu machen, indem sie zu wenig Geld dafür bewilligt. Kirchliche und soziale Einrichtungen, die als Träger dieser Deutschkurse dann bereit sind, die Dozenten auszubeuten, bugsieren ihre Helferinnen und Helfer dann in eine gnadenlose Abzockfalle, indem sie sämtliche Risiken juristisch tipp topp auf die Ausgebeuteten abwälzen. Dann darf die Rentenversicherung die Versicherungsbeiträge fünf Jahre rückwirkend nachfordern. Da kommen schnell 20.000 Euro zusammen, die dann von 1000 Euro Umsatz pro Monat abzüglich 400 Euro Versicherung bezahlt werden müssen.(Vergleiche Harry Zingel)

Man gehe jetzt bitte nicht zur Gewerkschaft, weil man meint, dies sei eine soziale Sauerei. Die gewerkschaftliche Beratung für Selbständige findet das nämlich völlig in Ordnung. Die soziale Not ist ihnen dabei egal, schließlich wird ja mit der Versicherungspflicht eine gewerkschaftliche Forderung umgesetzt. Lieber sieht ein gewerkschaftlicher Festverdiener die selbständige Ratte in der Falle, als dass da jemand für eine Sekunde das Gehirn einschaltet.

Da wäre es doch wirklich ehrlicher, wenn wir das umsetzen würden, was Svend Åge Madsen schon 1996 in seinem Jugendroman  Die Jagd auf einen Menschen vorgeschlagen hat.


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Jul 21 2009

Die Jagd auf einen Menschen

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von Svend Åge Madsen

Die Jagd auf einen Menschen CoverEuro 9,90 * Englische Broschur – 160 Seiten – Freistern Verlag, Berlin 1998, erste Auflage ISBN: 393361600X Verkaufsrang 568.059 bei Amazon ist wahrlich kein Qualitätsmerkmal, aber: Svend Åge ist einzig. Er versteht sich auf Mathematik ebensogut wie auf (die dänische) Sprache. Er karikierte den dänischen Erfolgspolitiker Uffe Ellemann J. in einem Theaterstück (Schwejk im Dritten Weltkrieg), debütierte in Deutschland 1968 im legendären März-Verlag und wurde ein völlig untypischer 68er. Er blieb sich treu, ohne sich bei den Herrschenden anzubiedern. Absolut Nobelpreis verdächtig, wenn auch in Deutschland wenig beachtet.

Buchhandlungen und LeserInnen wenden sich bitte an unsere Auslieferer, Alexander und Jan vom Peter Panter Buchladen in Meldorf

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