Promulgatorik

Früher haben wir es als Kommunikation bezeichnet, wenn zwei gleichberechtigte Wesen untereinander ihre Informationen ausgetauscht haben. Sie wechselten sich als Sprecher und Zuhörer ab. Kern der Kommunikation lag darin, dass sich beide Seiten bemüht haben zu verstehen, was die andere Seite vermitteln wollte. Das ist heute anders. Es gibt höherwertige Wesen, die sogenannte Kommunikationsdesigner beschäftigen. Diese Kommunikationsdesigner haben die Aufgabe, die Botschaften der wertvollen Glieder einer Gemeinschaft allen anderen (Unterschicht) zu vermitteln. Die Rollen des Sprechers und der Zuhörer sind eindeutig nach gesellschaftlichem Rang verteilt.

Die Vermittlerinnen und Vermittler bedienen sich verschiedener Formen. Eine Form des Vermittelns obrigkeitlicher Botschaften ist das Schild, mit dem die Botschaft öffentlich kundgetan wird (lateinisch promulgare = durch öffentlichen Anschlag bekannt machen). Diese Schilder, sozusagen Hochachtungszeichen, müssen von allen Menschen schnell und unmissverständlich verstanden werden. Allerdings stehen wir Mindewertigen oft rätselnd vor einem Anschlag und überlegen: Was wollte uns der Designer damit sagen? Mit dieser Beobachtung nähern wir uns dem Kern promulgatorischer Fragestellungen.

In dieser Kategorie des Blogs analysieren wir, wie Designer zu eindeutigen Botschaften kommen können. Als erstes haben wir in der Serie die Begriffe Promulgarologie und Promulgatorik eingeführt. Nach einigen Jahren kritischer Beobachtungen konnten wir den ersten Hauptsatz der Promulgatorik herausarbeiten: Beschänke Dein Schild auf ein klares Hauptwort. Eng daran gebunden ist auch der erste Nebensatz der Promulgatorik, wie das Nicht zur Hauptsache darzustellen ist, nämlich als roter Balken über der Hauptsache.

Unbeantwortet bleibt die Frage, die die promulgatorischen Betrachtungen überhaupt auslöste, nämlich das Rätsel der Promulgatorik: Was bedeutet dieses Zeichen?

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