Weibliche Überlegenheit

Hannes Bötticher
Hannes Bötticher

Kürzlich erzählte am Kaffeetisch eine angehende Rentnerin von einem Buch, das sie einmal gelesen hatte. Es sei aus der Sicht einer Frau geschildert gewesen. Diese Frau sei eines Morgens erwacht, die Welt habe den Anschein erweckt, in Ordnung zu sein. Allerdings sei sie ringsrum von einer Glaswand eingemauert gewesen. Das habe aber nichts ausgemacht, denn sie habe einen Acker ringsherum gehabt, ein bisschen Vieh, eine Schusswaffe und habe sich damit eingerichtet. Lange Zeit sei nichts Schlimmeres passiert, Die Frau habe ihr Leben eingerichtet und habe gesehen, dass es gut gewesen sei. Eeines Tages aber sei ein Mann aufgetaucht. Der sei wohl nicht so reich ausgestattet gewesen, denn er habe wohl in der Gegend so herumstrolchen müssen. Er habe wohl nur eine Lanze oder so besessen. Und wie es die Geschichte so gewollt habe, habe er mit der primitiven Waffe ein Stück Vieh gerissen, um es zu essen. Dadurch habe sich die Frau bedroht gesehen und ihre Waffe genommen und den Mann erschossen. So sei die Geschichte verlaufen, berichtete die Nacherzählerin und fügte dann ihre Interpretation hinzu: “Die Geschichte zeigt, die Frau kann überleben, der Mann nicht!”

Manche Menschen können in einem Satz mehr sagen als andere in einer langen Geschichte. Vorausgesetzt wir kennen die Vorgeschichte. Aus dem Kontext könnte man eine ganz neue Ideologie spinnen. Wenn Rudolf Steiner das gewusst hätte, dann hätte er allen Anthroposophen die Viehzucht verboten. Denn siehe: Wer Tiere züchtet, tötet auch Männer wie Rudi. Wenn L.Ron Hubbard diese Weisheit schon besessen hätte,  dann hätte er seine Jünger zur Femina aufsteigen lassen. Denn siehe: Jeder Tetan wird wanken, wenn Femina ihn erschießt. Wenn Hitler das schon gewusst hätte, er hätte sich klar entschieden: “Und daaaa beschloss ich eine Frau zu werden!” Denn siehe: Wenn Frauen töten, gibt’s neuen Raum fürs Volk. Wenn Peter Singer das gelesen hätte, er würde sich selbst den Erlösungstod empfehlen. Denn siehe: Das unwerte männliche Leben verdient den Gnadentod. Welchen Größenwahn allein schon der Gedanke an ein Schießgewehr in den Köpfen von Menschen anrichtet, ist erstaunlich. Sind am Ende Bücher genau so gefährlich wie Computerspiele?

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