Nov 02 2011

Lieber fragen statt sich zu sonnen, liebe taz

Die taz sonnt sich: denn sie hat veröffentlicht, wie die Atom-Lobby PR für Laufzeitverlängerung gemacht hat. Die Berichte seien so wichtig gewesen, damit man genau durchleuchten kann, wie so etwas funktioniert. So ein Kommentar von Rainer Metzger.

Die Frage müsste aber ganz anders lauten: Warum schlafen die Journalisten und stellen nicht die Fragen, die auf der Hand liegen. Die Krisen unseres Wirtschaftssystems beruhen auf normalen Marktvorgängen: In den USA sollten die Banken Eigenheime finanzieren. Um sich abzusichern, erfanden die Banken neue Wertpapiere. Trotzdem geht eine Bank pleite. Jetzt macht allerorten eine Erklärung die Runde: Die Gier sei an allem Schuld.

Auf den Börsen der Welt werden Nahrungsmittel auf Termin gehandelt. Das haben die Farmer vor Jahrzehnten erfunden, um mich sicheren Preisen kalkulieren zu können. Heute erfreuen sich auch die verarbeitenden Konzerne darüber, um ihre Einkaufspreise mittelfristig planen zu können. Damit Angebot und Nachfrage sich zu jeder Jahreszeit ausgleichen können, treten Arbitrageure und Spekulanten auf den Markt. Das dient der Sicherheit der Kalkulation. Von Gier keine Spur, ganz normaler Brauch an freien Märkten.

Die Entwicklungspolitik hat die armen Länder von der bäuerlichen Landwirtschaft weggeführt, damit sie ihre Vorteile an den Weltmärkten besser ausnutzen können – so die reine Lehre der Marktwirtschaft. Jetzt müssen diese Menschen ihren Weizen an den Börsen der Welt kaufen. Die Preise sind ihnen zu hoch. Von Gier keine Spur. Ganz normale Vorgänge an ganz normalen Märkten.

Kein Journalist, auch die taz nicht, hat je die Frage gestellt, wer  diese blödsinnige Erklärung von der Gier, die grassiere, erfunden hat und dafür eine PR-Kampagne macht. Freilich weiß auch der Autor dieser Krittelei nicht, wer für diesen unwissenschaftlichen Unsinn verantwortlich ist. Aber einen Vorteil davon hätten die Welt-Religionen Islam, Christentum oder der stets kichernde Dalai Lama, es nützt ihrer Propaganda für das Unwissen auf dieser Welt.

Die Recherche wäre einfach: Medien-Kommentare und Sonntags-Reden analysieren und Rednererinnnen und Kommentatoren fragen, wie sie auf die Gier kamen, mit der sie sich doch alle einig sind. So kommt man der PR auf die Spur.

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Autor: at 15:29 Thema: Allgemeines

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