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Okt 19 2011

Promulgarologie – was ist denn das schon wieder?

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Nun, es wird der geneigten Leserin sicherlich schon häufiger passiert sein: Sie sieht ein Schild, das uns etwas bekannt machen soll,

Zwiebelschild in Wackerballig

und sie steht davor und versteht nur Bahnhof. Was soll das bedeuten? Was will es uns sagen? Denn wir erwarten doch immer, dass uns jemand etwas bekannt machen (lateinisch: promulgare) will, wenn er sich die Mühe macht, ein solches Schild aufzuhängen. Schilder, Karten, Transparente zeigen, um etwas bekannt zu machen, das nennt der Wissenschaftler Promulgatorik. Man unterscheidet dabei Schilder mit Worten oder Schilder mit Bildern, das erste nennen wir verbale Promulgatorik, das zweite bildliche oder ikonografische Promulgatorik. Benutzen wir beides, also Wort und Bild, dann nennen wir es multiple Promulgatorik.

Die Wissenschaft, die sich mit der praktischen Promulgatorik befasst, heißt nun Promulgarologie. Sie analysiert und erkundet, was die Botschafterinnen und Botschafter mit Schildern kundtun können, wollen und dürfen.  Diese Lehre wird in der Zukunft immer größere Bedeutung erlangen. Denken wir nur an die Schilder, die allen Menschen signalisieren soll: “Verbrauche dieses Produkt, denn es ist das Beste”, die sogenannten Logos. Sie sind das A&O im modernen Geschäftsleben. Sie sind so wichtig, dass sie von manchem Interessenträger dauerhaft boykottiert werden. Hier haben wir es also schon mit einer Anti-Promulgatorik-Bewegung zu tun, was um so mehr die Bedeutung dieses unterbewerteten Zweiges der modernen Kommunikationswissenschaft  andeuten mag.

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