Feb
13
2011
Unsereiner geht regelmäßig in die Luft, wenn ihm ein werbischer Zahlenlügner ein X für ein U vormachen will. Kürzlich flatterte eine Werbung für eine privaten Lebensversicherung ins Haus, die fett und kursiv mit 9,5% Rendite warb. Sternchen, Kleingedrucktes werden natürlich nur zwei Prözentchen garantiert, und ob die eines Tages auch staatlich gerettet werden müssen, steht heute noch nicht fest.
Dass sich aber auch die ach so feine Stiftung Warentest auf die Agenda 2010 der Zahlenlügner setzt, das lehrt der Band ‘Lügen mit Zahlen’ von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff. Sauber und leicht verständlich reiten die Autoren durch die Trickbaukästen der Manipulatoren. Sie schaffen es, auch komplizierte Tücken der Statistik unterhaltsam und verständlich aufzubereiten. So lehrt uns das Buch, wie wir dem berüchtigten Simpson-Paradox nicht mehr auf den Leim gehen. Künftig werden wir nach differenzierteren Daten und Fakten fragen, wenn uns einer weis machen will, dass Rauchen länger leben als Nichtraucher.
Ratlos bleiben wir nur in dem einen Punkt: Was mag die besser verdienenden Demagogen nur bewegen, die mit aller Gewalt und dreistesten Lügen ausgerechnet die armen Leute in den Dreck ziehen? Ist es die Ethik ihres christlich-jüdischen Kulturkreises im beginnenden 21. Jahrhundert? Oder ist tatsächlich die Feigheit zur geistig-moralischen Grundlage des politischen Handelns der westlichen Welt geworden? Sei’s drum, alle einsamen Indianer, die die Fährten der verdrossen machenden Lügen der abendländischen Politverführer aufdecken wollen, müssen dieses BBuch zur Hand nehmen (und bestellen beim Peter-Panter-Buchladen bestellen) oder die Webseite der Autoren beuschen: luegen-mit-zahlen.de
Feb
04
2011
Klassische PR in sozialen Medien umzusetzen, ist grundsätzlich sehr einfach. Als positives Beispiel stellen wir die israelische Botschaft in Deutschland vor: Link zum Blog
In der Regel finden wir die aktuellen Themen der Botschaft als journalistischen Bericht vor. Die Fakten werden in ihrer nachprüfbaren Form dargelegt, wie wir es von einer optimalen Presse-Erklärung erwarten. Auf diese Weise dient sie den Nutzerinnen und Nutzern des Blogs optimal, um selbst die Quelle zu studieren, die Medienberichten zu Grunde liegt. Voraussetzung dafür ist eine aktive Presse-Arbeit, die sich zu Themenvielfalt und lebendiger Selbstdarstellung bekennt. Das ist offenbar bei der israelischen Botschaft in Deutschland der Fall, hier werden sogar die Arbeits-Stellen in der PR-Abteilung im Blog ausgeschrieben. Das zeugt von einer informationellen Aufgeschlossenheit, die zumindest in unserem Land selten zu finden ist.

Bilder nützen der Aufmerksamkeit bei FB
Die Schlagzeilen werden in Twitter, facebook und StudiVZ verbreitet, Videos werden über YouTube abgerufen. Für diesen Zweck ist es beim Bloggen notwendig, jedem Artikel eine spezifische Description und einen treffenden Title-Tag hinzuzufügen. Sonst können die Kurzfassungen auf FaceBook, StudiVZ oder bei YouTube schnell einmal zu Missverständnisse führen: Was für die Rede des Ministerpräsidenten ein gelungener, weil reißerischer erster Satz ist, kann als Teaser für die Nachricht bei FaceBook zur spontanen Skepsis führen. Und damit muss die PR bei den Freundinnen und Freunden in Facebook einfach rechnen: Was sich auf der (Bildschirm)-Oberfläche Freund oder Fan nennt, kann auch ebenso gut der skeptische Zeitgenosse sein, der sich keineswegs oberflächlich informieren möchte. Schließlich lassen sich die wenigsten User von der postmodernen Euphemismenmanie des amerikanischen Marketings leiten.
Text muss, Bild soll, Video kann
Ohne Text geht es in einem Blog kaum, denn die wenigsten Fotos erklären sich von selbst. Nur Fotografen, die mit der Qualität von Bildern überzeugen wollen, können sich vielfach mit Bildern begnügen. Filme sind in einem solchen Blog allerdings nicht zwingend erforderlich, die meisten Filme auf dieser Welt sind nur wenig informative Zeitfresser. Sie passen dann eher zu Sport- oder Tourismus-Themen, die die Israelische Botschaft zum Beispiel auf FaceBook zusätzlich verlinkt. Durch diese Mischung – mal ein touristischen Hinweis auf Tel Aviv, mal ein ernster Beitrag zur Revolte in Ägypten – schafft es die Botschaft spielerisch, die Aufmerksamkeit auf ernste Themen zu ziehen. Eine Freundschaft zu Israel auf FaceBook zeigt dem Leser, wie sensibel eine gute PR die Klaviatur aller journalistischen Ressorts in den sozialen Medien spielen kann.
Feb
02
2011

Spaß im Internet: absurde Werbung
Manche Anzeigen im Internet sind sehr verwunderlich. Da wirbt Amazon mit dem Text: “Riesenauswahl: Was Hilft Wirklich & mehr. Jetzt versandkostenfrei bestellen!” Angeboten wird dann unter anderem Umapuri Grüner Tee Extrakt. Aber auch der Beurer Bauchmuskeltrainer ist dabei. Soll man wirklich solche Anzeigen schalten? Das widerspricht doch allen Hymnen, die die neuen Webmedien hochloben! Man könne doch in den sozialen Netzwerken doch ganz wunderbar hochspezifische Zielgruppen aufspüren, und dann bombardieren uns die wirklich großen und erfolgreichen Unternehmen mit absurden Unsinnsanzeigen. Nun das darf man einfach nicht so ernst nehmen. Schließlich hat das Internet seine ganz spezifischen Unterhaltungswert. Schauen wir uns einfach diejenigen an, die gute Informationen gestalten, betrachten deren Werbung und ziehen unsere Schlüsse daraus.
Selbstvermarktung

In diesem Bildauschnitt wird die perfekte Umsetzung des Ziels deutlich.
Ein echter Klassiker sind die Nachdenkseiten. Sie bieten im Querschnitt tagesaktueller Themen kritische Kommentare und Analysen an. Selbst aufmerksame Medienbeobachter staunen immer wieder: Man muss nicht die supertollen Insiderkenntnisse haben, um wirkungsvolle Gegenrecherchen anzustellen. Das vorhandene, im Internet gespeicherte Wissen genügt, um weit verbreitete Irrtümer aktueller Info-Hypes als verzerrte Fakten zu erkennen. In die Navigationsspalte setzen die Blogger Anzeigen für ihre Bücher, Medienauftritte oder Termine für ihre Gemeinde. Beworben wird das Ganze in Twitter, Facebook und delicious. Diese Strategie kann man all denjenigen empfehlen, die wirklich etwas zu ihrem Thema zu sagen haben. Das kann ein Coach oder Trainer sein, ein Journalist oder eine Steuerberaterin. Immer wer dicht an seinem Thema dran ist, wirbt mit seinen sachlich vorgetragenen Inhalten in eigener Sache und verlinkt jeden neuen Beitrag in jenem sozialen Netzwerk, das ihm am meisten neue Kundschaft bringt.