Feb 21 2010

Die ZEIT: Konjunktive statt Fakten

In “Die Zeit” Nr. 8. 2010 glänzet der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit galoppierenden Konjunktiven an Stelle echter Fakten. “Richtig im Falschen” heißt der Leitartikel und strotzt vor mieser Propaganda. Er argumentiert für unser aller Guido mit Erkenntnissen, die man sich als denkender Mensch auf der Zunge zergehen lassen muss: Ein ex-sozialdemokratischer Ex-Wirtschaftsminister wird als Faktenlieferant herangezogen als Mann, “der es eigentlich wissen müsste”. Und prompt sind mal eben 20 Prozent aller Sozialgeldempfänger Kriminelle, die den Staat betrügen. Und weil wir uns bei diesen unbelegten Konjunktiv-Fakten so schön im Uneigentlichen bewegen, entdecken wir noch die faktische Kraft des Denunziantischen, denn gelegentlich fänden sich Mitarbeiter in Jobcentern , die anonym das Ausmaß des Betrugs als noch größer beschrieben.

Selbst an der schlechtesten Journalistenschule würde ein Schüler seine Prüfungen nicht bestehen, wenn er mit den Fakten so herumschlampt wie Herr di Lorenzo. Aber so ist es halt mit den Eliten von heute. Sie schreiben die Fakten ab, wie die Initiative NS Marktwirtschaft sie gerne lesen möchte und zwei Tage später werden diese Konjunktive als Wahrheit in der BILD-Zeitung verbraten und einen Tag später posaunt Guido sie als Tsunami in die große weite Welt hinaus.

Dass Herr di Lorenzo ein journalistischer Dünnbrettbohrer ist, bewies er schon vor Jahren, als er noch in der Süddeutschen Zeitung das journalistische Handwerk üben durfte. Da glänzte er zum Geburtstag der Partei “Die Grünen” mit einer bahnbrechenden Erkenntnis: Die Grünen waren mitverantwortlich für die Naziverbrechen. Herr di Lorenzo erschuf diese historische Revolution, indem er in seinem hetzerischen Eifer die dreifache Verneinung bemühte und sich darin verhedderte.

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Autor: at 17:58 Thema: Allgemeines

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