Nov 03 2011

Freie Bahn für Dithmarschen

Die Landesweite Verkehrsgesellschaft (LVS), die den Öffentlichen Personennahverkehr für Schleswig-Holstein organisiert, will den Südwesten des Landes weiter abhängen: Die Fahrzeiten von Meldorf, Marne oder Brunsbüttel nach Hamburg sollen erneut verlängert werden. Sie wird damit einen weiteren aktiven politischen Beitrag zur Verödung der Region leisten.
Diese Information hat freistern.de in den letzten sechs Monaten der LVS Krümel für Krümel aus der Nase gezogen. Jetzt wenden wir uns mit einer öffentlichen Petition an die geneigten Leserinnen und Leser.
Und hier kann man unterzeichnen:

Die Forderung: Ab 2015 halten alle Regionalexpresszüge zwischen Itzehoe und Heide auf den vier Unterwegsbahnhöfen Wilster, Burg (Dith.), St. Michaelisdonn und Meldorf.

Begründung: Das Land plant ab 2015 eine weitere Verschlechterung des Bahnverkehrs in Dithmarschen: nur noch Bummelzüge bis Hamburg!
Unsere Forderung hat folgende Vorteile:
* Das Land spart ein paar Millionen für den Extra-Bummelzug zwischen Itzehoe und Heide.
* Die Fahrzeiten werden für alle berechenbarer.
* Kein Ferienort an der Westküste wird durch die Fahrpläne benachteiligt.

Downloads:
Unterschriftenlisten könnt Ihr hier als PDF Downloaden.
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Autor: Thema: Allgemeines

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Nov 02 2011

Lieber fragen statt sich zu sonnen, liebe taz

Die taz sonnt sich: denn sie hat veröffentlicht, wie die Atom-Lobby PR für Laufzeitverlängerung gemacht hat. Die Berichte seien so wichtig gewesen, damit man genau durchleuchten kann, wie so etwas funktioniert. So ein Kommentar von Rainer Metzger.

Die Frage müsste aber ganz anders lauten: Warum schlafen die Journalisten und stellen nicht die Fragen, die auf der Hand liegen. Die Krisen unseres Wirtschaftssystems beruhen auf normalen Marktvorgängen: In den USA sollten die Banken Eigenheime finanzieren. Um sich abzusichern, erfanden die Banken neue Wertpapiere. Trotzdem geht eine Bank pleite. Jetzt macht allerorten eine Erklärung die Runde: Die Gier sei an allem Schuld.

Auf den Börsen der Welt werden Nahrungsmittel auf Termin gehandelt. Das haben die Farmer vor Jahrzehnten erfunden, um mich sicheren Preisen kalkulieren zu können. Heute erfreuen sich auch die verarbeitenden Konzerne darüber, um ihre Einkaufspreise mittelfristig planen zu können. Damit Angebot und Nachfrage sich zu jeder Jahreszeit ausgleichen können, treten Arbitrageure und Spekulanten auf den Markt. Das dient der Sicherheit der Kalkulation. Von Gier keine Spur, ganz normaler Brauch an freien Märkten.

Die Entwicklungspolitik hat die armen Länder von der bäuerlichen Landwirtschaft weggeführt, damit sie ihre Vorteile an den Weltmärkten besser ausnutzen können – so die reine Lehre der Marktwirtschaft. Jetzt müssen diese Menschen ihren Weizen an den Börsen der Welt kaufen. Die Preise sind ihnen zu hoch. Von Gier keine Spur. Ganz normale Vorgänge an ganz normalen Märkten.

Kein Journalist, auch die taz nicht, hat je die Frage gestellt, wer  diese blödsinnige Erklärung von der Gier, die grassiere, erfunden hat und dafür eine PR-Kampagne macht. Freilich weiß auch der Autor dieser Krittelei nicht, wer für diesen unwissenschaftlichen Unsinn verantwortlich ist. Aber einen Vorteil davon hätten die Welt-Religionen Islam, Christentum oder der stets kichernde Dalai Lama, es nützt ihrer Propaganda für das Unwissen auf dieser Welt.

Die Recherche wäre einfach: Medien-Kommentare und Sonntags-Reden analysieren und Rednererinnnen und Kommentatoren fragen, wie sie auf die Gier kamen, mit der sie sich doch alle einig sind. So kommt man der PR auf die Spur.

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Autor: Thema: Allgemeines

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Okt 19 2011

Promulgarologie – was ist denn das schon wieder?

Nun, es wird der geneigten Leserin sicherlich schon häufiger passiert sein: Sie sieht ein Schild, das uns etwas bekannt machen soll,

Zwiebelschild in Wackerballig

und sie steht davor und versteht nur Bahnhof. Was soll das bedeuten? Was will es uns sagen? Denn wir erwarten doch immer, dass uns jemand etwas bekannt machen (lateinisch: promulgare) will, wenn er sich die Mühe macht, ein solches Schild aufzuhängen. Schilder, Karten, Transparente zeigen, um etwas bekannt zu machen, das nennt der Wissenschaftler Promulgatorik. Man unterscheidet dabei Schilder mit Worten oder Schilder mit Bildern, das erste nennen wir verbale Promulgatorik, das zweite bildliche oder ikonografische Promulgatorik. Benutzen wir beides, also Wort und Bild, dann nennen wir es multiple Promulgatorik.

Die Wissenschaft, die sich mit der praktischen Promulgatorik befasst, heißt nun Promulgarologie. Sie analysiert und erkundet, was die Botschafterinnen und Botschafter mit Schildern kundtun können, wollen und dürfen.  Diese Lehre wird in der Zukunft immer größere Bedeutung erlangen. Denken wir nur an die Schilder, die allen Menschen signalisieren soll: “Verbrauche dieses Produkt, denn es ist das Beste”, die sogenannten Logos. Sie sind das A&O im modernen Geschäftsleben. Sie sind so wichtig, dass sie von manchem Interessenträger dauerhaft boykottiert werden. Hier haben wir es also schon mit einer Anti-Promulgatorik-Bewegung zu tun, was um so mehr die Bedeutung dieses unterbewerteten Zweiges der modernen Kommunikationswissenschaft  andeuten mag.

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Autor: Thema: Promulgarologie

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Sep 17 2011

Google irrt (doch nicht) …

Wir machen einen klenen Suchmaschinentest. Die Sucheingabe lautet “Ladenfläche Meldorf”. Wir erhalten unter den ersten zehn Ergebnissen zunächst einmal die üblichen Immobilienportale, von denen zwei etwas zu bieten haben – die Marktführer immonet.de und immobilienscout24.de Allerdings sind in diesen Portalen keine brauchbaren Suchergebnisse aus der Meldorfer Gehstraße zu finden. So weit so schade, denn die Dithmarscher Perlenkette Von Marne bis Heide hätte viel mehr Beachtung verdient.

Es gibt sie, aber die Google-Ergebnisse sind leerNun gibt es in der Wirklichkeit viele freie Läden in Meldorf. Und die Stadt hätte nun wrklich neue Mieter verdient. Nun ist allerdings Google nicht der alleinige Bösewicht, der eine geschäftliche Belebung verhindert. Auch bing.com oder Meta-Suchmaschinen wie metager.de versagen. Nach Weblage allerdings scheint Meldorf so gut wie ausgebucht zu sein …

Und jetzt eine Überraschung: Dieser kleine Blog-Artikel über “Ladenfläche Meldorf” steht fünf Stunden nach seinem Erscheinen auf Platz 5 der Suchergebnisse. Einen Link mit immerhin 7 attraktiven Ladenangeboten in der Meldorfer Gehstraße finden Google & Co. unter den ersten 120 Ergebnissen allerdings nicht (Stand:17. September 2011.) Das Content Management System, das wir verwenden, ist einfach, preiswert und leicht zu bedienen. Es ist die Blogger-Software WordPress. Und wie wir an diesem kleinen Beispiel sehen: Wir werden gefunden.

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Autor: Thema: Internet

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Aug 24 2011

Dialogannahme

Ein wundervolles Mittel zu mehr Bürgernähe ist die Annahme des Dialogs. Nimmt der Bürger das Angebot der Politik an, geht es ganz einfach: Sie fahren in die Anlage ein und werden behandelt. Hinterher klappern sie nicht mehr, die Einspritzung funktioniert wieder reibungslos, Sie ziehen voll mit.

Angenommen der Dialog ...

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Autor: Thema: Fotos

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Aug 23 2011

Neues aus Schildistan

Für unsere beliebten Reihe ‘Ein Bild spinnt mehr als tausend Wörter…” haben wir in diesem Sommer eine besonders schöne Beute gemacht. Den ersten Preis bekommt der Küstenort Wackerballig an der Geltinger Bucht:

Zwiebelschild in Wackerballig

Bei jedem Schild kommt es auf den Kontext an:

Zwiebelschild in Wackerballig

Wir müssen wohl kaum hinzufügen, dass dieses Schild an die Wand eines Restaurants geschraubt ist.

Wir sehen: Auch Schilder, Handwagen und Segler haben das Recht auf ein angemessenes Ambiente. Das letzte Zeugnis hervorragender deutscher Schild-Kultur in Wackerballig erscheint wie ein früher didaktischer Versuch Verbote in Gebotsästhetik zu betten.

Baden verboten ist geboten.

Seglerliegeplätze scheinen für den ambitionierten Promulgarologen erstaunlich ergiebige Orte zu sein:

Nicht angelradeln in Kappeln Nicht radeln, nicht angeln in Kappeln. O.K. nicht sonderlich preiswürdig, dafür hier ein Beleg dafür, wie schwer es der es der Promulgariker hat, bürokratischen Begriffen positiv und knapp aufn Schild zu bannen:

Preiswürdiger allerdings erschien uns das folgende Beispiel, den Verkehr in Rendsburg zu illustrieren:

Promulgarische Meisterleistung“Balancieren Sie stets ein Auto auf dem Kopf, wenn Sie stufenlos nach rechts abwanden.” Welch eine Poesie auf einem deutschen Schild! Eindeutig: zweiter Platz.

Angelische Würstchenkultur

Das Satruper Kulturzentrum lebt vom Würstchen, es gibt in der Nähe auch einen Werksverkauf, der Besuch lohnt sich. Damit das kulturelle Gesamtgefüge in Satrup sich nicht allzu geordnet ausnimmt, hat die Gemeinde auch einen Umweltpreis bekommen. Wozu das viele Gerede? Nun, wir wollten Euch ein wenig auf die Folter spannen, wer den dritten Platz errungen hat: ein einfacher Bürger aus Kappeln in Angeln:

Der Garten der Hund und der Löwe

Glückwunsch!

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Aug 22 2011

Logo-Kult und eine Gegenwehr

“Das Logo!” in kommerziellem Umfeld ist allein dieser Satzteil ein Toidesurteil für jede Idee. Denn man kann damit alles verbinden und nichts, deshalb ist allein das Wort geeignet, jegliches Handeln eines Unternehmens zu lähmen. Jetzt verpixelt die taz für eine Weile die Sportler im Paket ‘Leibesübungen’. (Liebe Logo-Anbeter, keine Angst: nur für vierzehn Tage!)

DeuBa hochverpixeltDie zuständigen Werbeagenturen haben diesen Medien-Event schon vorgedacht. Sie haben Logos, die trotz aggressivster Verpixelung noch durchscheinen, wie das links stehende Bild belegt. Oder ahnst Du etwa nicht, wer hinter dem verpixelten Bild steckt?

Egal! Das verpixelte Logo macht deutlich: Die Grafiker, die für diese Agentur gearbeitet haben, waren noch nicht konsequent genug, Konsequenter war nur die Deutsche Telekom. Sie hat sich auf eine Farbe beschränkt. Ihr Logo wird eines Tages nur noch aus einem Farbfleck bestehen. Erkannt, nicht wahr?

Ein einzelnes Pixelchen genügt also, um alles über einen Konzern auszudrücken. Das ist die geniale Kunst der Logo-Entwicklung. Man muss diesem unverpixelbaren Pixel dann nur noch das Unverwechselbare geben. Genau das ist es, was den Telekom-Leuten gelungen ist.

Was bedeutet dies für alle die vielen kleinen Krauter, die Tage, Wochen, ja manchmal sogar Monate damit verbringen, ihr eigenes Logo zu entwickeln? Nimm ein einfaches handelübliches Logo eines mittelständischen Unternehmens, skaliere es auf ein quadratisches Außenmaß und wende ein Filter zur Verpixelung an. Das sieht dann aus, wie auf der Grafik links.

Das wird viele Menschen, die allerlei Mühe aufwenden, ihre Logos zu entwickeln, nicht befriedigen. Sie können sich in einer weich gespülten Variante auf die Zukunft hinzubewegen: Alle zehn Jahre einen Verpixelungsschritt nach vorn. Oder Du musst die Strategie vollständig ändern. Du lässt einfach kein Logo mehr entwickeln, sondern Du entscheidest Dich für ein Wappen (Familienunternehmen), einen Wimpel  (Verein) oder ein Siegel. Welch ungeahnte Möglichkeiten für die Werbung – nur nicht im Printmedium.

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Jul 06 2011

Evolutionsvorteil Milch

Wie viele High-Tech-Panzer will die deutsche Industrie ans Mittelalter liefern? Nach Saudi Arabien, in ein Land, in dem Frauen noch nicht einmal am Lenkrad eines Autos sitzen dürfen? Leute, wir brauchen endlich positive Nachrichten! Sonst drehen die Bösmenschen noch vollends durch. Hier ist eine: Liebe Leserin, lieber Leser, Du kannst für 120 Euro im Jahr eine Patenschaft für eine Milchkuh übernehmen! Die ausgelaugte und abgemolkene Kuh wird dann nicht getötet und verwertet, sondern sie darf im Kuhaltersheim alt werden: Die Animals Angels machen’s möglich. Schlappe 156 Millionen Euromoneten und alle bayrischen Kühe dieser Welt hätten Ruhe.

Vorteil in der Evolution
Natürlich darf dann auch der Hinweis nicht fehlen, dass der Mensch das einzige Erdentier sei, das als Erwachsener Milch verzehrt. Das sei, so aktive Trennköstler, der endgültige Beweis dafür, dass Milch ungesund sei. Denn was unsere Vorfahren in der Evolution nicht mögen, kann ja nur von übel sein. Mein Freund Jan überlegte und entgegnete diesem endgültigen Argument grüblerisch: “Nun ja, ich kann mir auch schlecht vorstellen, wie ein Igel eine Kuh melken würde.” In diesem einen Satz stecken zwei Überlegungen: Erstens naschen auch Igel Milch, und zweitens hat bösmensch den Igel verführt. War die Milch dann vielleicht doch ein Evolutionsvorteil, den der Mensch mal wieder gnadenlos ausgenutzt hat?

Gerettete KZ-Hühner von Fuchs gefressen
So ein bisschen erinnert das Kuh-Altersheim an die Geschichte der geretteten Hühner. Die BewohnerInnen einer hessischen Kommune hatten Legehennen vor dem sicheren Schlachttod gerettet. Auf ihrem großzügigen Waldgrundstück hatten sie den neuen gackernden Kommunardinnen sogar einen Unterstand gebaut. Irgendwie bekam dann der Fuchs Wind von der ganzen Sache. Und noch während man sich im Plenum darum stritt, ob es sittsam sei, das Gelände der befreiten Hühner einzufrieden, erledigte der Fuchs das Problem auf seine Art. Maulstreichartig sozusagen. Man mag sich ja trefflich streiten, ob man seine Evolutionsvorteils schamlos ausnutzen darf, aber Panzer an die Saudis zu verkaufen ist unanständig, und Milch kann man auch anständig produzieren. Das wäre dann wieder eine gute Nachricht nach der schlechten, die in der guten sich versteckte …

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Autor: Thema: Allgemeines

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Jul 06 2011

Was kann die Genossenschaft besser als ein Verein?

Immer wieder, immer wieder: Gruppen von Menschen wollen gemeinsam etwas Gutes, etwas Wichtiges, etwas Richtiges für die Gemeinschaft betreiben: ein  Theater, eine Kneipe, ein Schwimmbad oder einen Dorfladen. Sie gründen dann zunächst einmal einen Verein. Das kann lange Zeit gut funktionieren. Besonders dann, wenn die laufenden Einnahmen aus Subventionen oder Mitgliederbeiträgen Jahr für Jahr die Kosten abdecken. Aber immer wieder bröckelt und bröselt die gute Absicht dahin, und das liegt oft an fehlender Transparenz. Dann hat die Genossenschaftdeutliche Vorteile gegenüber dem Verein.

Die Genossenschaft als Wirtschafts-Verein

Immer wenn Eigentum erworben wird oder die Gemeinschaft an den Markt geht, dann sollte man an eine Genossenschaft denken. Hier kann die aktive Teilnahme am Wirtschaftsleben vom ersten Tag an gut umgesetzt werden. Am Anfang stellt die Genossenschaft eine Bilanz auf. Dazu muss sie ihre künftigen Geschäfte planen: Was brauchen wir? Was müssen wir investieren? Was kostet wie viel? Wo bekommen wir die besten Zinsen? Wer seine Geschäfte erst einmal so geplant hat, weiß auch wie viel Geld die Gruppe in die Hand nehmen muss, um ihren Verein auf solide Füße zu stellen.

Vereint unternehmerisch wirtschaften

Wer mit dem Geschäftsleben vertraut ist, der wird auch die Geschäfte eines Vereins ordentlich planen und eine Bilanz aufstellen. Doch die meisten kollektiven Gründungen werden von betriebswirtschaftlichen Laien angeschoben.  Und das ist auch gut so, denn viele Leistungen gäbe es am Markt gar nicht, wenn nur die Marketing-Profis Unternehmen gründen würden. Deshalb gehört es auch zu den Prinzipien des internationalen Genossenschaftswesens (co-operatives), dass die Funktionen Vorstand und Aufsichtsrat aus den Reihen der Mitglieder besetzt werden. Juristen nennen das ‘Selbstorganschaft‘.

Das Wirtschaftsziel steht im Rampenlicht

Genau an dieser Stelle schlummert eine große Chance genossenschaftlichen Denkens, besonders dort wo Unternehmen wegen Globalisierung und Rationalisierung wegsterben. Genossenschaften können dann Leistungen und Produktionen erhalten oder neu wiedergründen, weil ihre Mitglieder anders an die Aufgabe herangehen. Sie sind nicht der Rendite anonymer Aktionäre in Irgendwo verpflichtet, sie müssen auch nicht den Wohlstand einer traditionsbewussten Oberschicht-Familie mehren. Sie sind einzig und allein dem Zweck der Genossenschaft verpflichtet. Die Genossenschafter haben das Ziel, ihr Geschäft zu betreiben und zu erhalten, auch wenn ein Verkauf des Inventars mehr Profit brächte. Der andere Blickwinkel eröffnet neue Möglichkeiten zu unternehmen und zu handeln.

Den Geschäftsbetrieb vielfältig finanzieren

Zum einen können Kosten auf die BenutzerInnen umgelegt werden: Jeder Kneipenbesucher wird Mitglied und zahlt einen Jahresbeitrag. Jeder Miteigentümer zahlt am Jahresanfang einen Festbetrag ein und “verbraucht” die Vorauszahlung im Laufe des Jahres, der Rest ist ein Geschenk. Es werden öffentliche Aufgaben übernommen, Sponsoren, Spenden oder Kooperationen gesammelt.Viele Formen sind möglich, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ohne Staat und Steuern können sich Bürgerinnen und Bürger selber helfen und die Ökonomie demokratisieren.

Kapital beschaffen: Jeder nach seinen Fähigkeiten

Das Gleiche gilt für die Beschaffung des Kapitals. Ist der Kapitalbedarf festgestellt, fragt die Genossenschaft nicht mehr danach: Wer investiert diesen Betrag? Die Genossenschaft fragt viel mehr:  Welchen Betrag kann jede Person, die teilnehmen möchte, einzahlen? Wer kann mehrere Beträge (Geschäftsanteile) einzahlen? Die Gemeinschaft und die gewünschte Leistung für die Gemeinschaft steht im Vordergrund, nicht die Rendite. Gleichezitig wahrt diese Wirtschaftsform alle Vorteile der Marktwirtschaft.

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Autor: Thema: Genossenschaft

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Jul 03 2011

Genossenschaften können mehr

Warum sollte ein genossenschaftliches Unternehmen mehr können als ein privates? Die übliche Vorstellung ist ja: Wenn sich etwas lohnt, dann wird das schon einer anpacken, der das nötige Kleingeld hat. Nun lohnt sich aber nicht alles so schnell, wie sich das Geldgeber wünschen. Nehmen wir einmal folgenden Fall an: Ein Politiker möchte in einer ehemaligen Industriestadt, aus der die Menschen abwandern, einen neuen Wirtschaftszweig in Gang bringen, zum Beispiel Ökotourismus. Dann wird jeder Investor, jede Bank fragen, ob die Region denn die Voraussetzungen dafür erfüllt, so dass sich die Investition lohnt.

Eigenleistungen investieren

Das ist normaler Weise nicht der Fall. Obwohl nur ganz einfache Fragen beantwortet werden müssen: Habt Ihr einen Fahrradverleih? Habt Ihr ein ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz? Mit den nötigen Infotafeln für die Kids? In solchen Fällen können die Menschen, die vor Ort leben und Arbeit suchen, die besseren Investoren sein. Für Radwege, Infotafeln und Fahrradverleih braucht man in erster Linie Arbeitskraft. Diese Investition kann eine Genossenschaft einbringen: als Eigenleistung derer, die später auch im Tourismus arbeiten wollen.

Informationen streuen und Kooperationen suchen

Außerdem müssen Informationen gestreut werden: Wo und vor allem wie wollen die Touristen wohnen? Welches Ambiente lieben sie? Wie finden wir sie, wie kommen wir mit ihnen in Kontakt? Auch hier kann bürgerschaftliches, genossenschaftliches Engagement wertvolle Hilfe leisten. Erste Schritte sind leicht getan: Die Selbsthilfe-Geno Öko-Tour eG eröffnet einen Fahrradverleih am Bahnhof. Aber leider weiß noch kein Ökotourist, dass man dort einen schönen Ausflug in die Natur machen kann. Also sucht die Öko-Tour eG einen Koop-Partner, die Bahngesellschaft. Beide bieten gemeinsam tolle Touren an. Mehr Leute hüpfen auf die Bahn und lernen die Region kennen. Jetzt braucht die Öko-Tour eG noch einen gastronomischen Partner, der die passenden Speisen und Getränke anbietet. Vielleicht können wir vor Ort noch regionalen Bio-Honig und regionalen Bio-Käse einkaufen? So kann auf genossenschaftliche Weise der Boden bereitet werden, dass sich größere Investitionen auch lohnen. Genossenschaften können eben mehr.

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Autor: Thema: Genossenschaft

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